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Die Geister, die Sarkozy rief

Manchmal sind selbst Frankreichs mediensüchtigem Innenminister gewisse Schlagzeilen zu viel. Zum Beispiel solche, die sich mit der gescheiterten Ehe mit seiner Frau Cécilia befassen.

Manchmal sind selbst Frankreichs mediensüchtigem Innenminister gewisse Schlagzeilen zu viel. Zum Beispiel solche, die sich mit der gescheiterten Ehe mit seiner Frau Cécilia befassen. Doch mit dem Versuch, peinliche Schlagzeilen zu vermeiden, produzierte Sarkozy nun noch viel peinlichere.

Die "Gala"-Redakteurin Valérie Domain wollte eine Biographie über Cécilia veröffentlichen. Schon der Titel des Werks lässt Ungutes erahnen: "Cécilia Sarkozy - zwischen Herz und Verstand". Anfangs war die Betroffene mit dem Projekt einverstanden und traf sich auch mit der Journalistin. Doch kurz vor der Veröffentlichung des Buches - ihr Mann rückte gerade jede Nacht aus, um in den brennenden Vorstädten aufzuräumen - bekam Cécilia kalte Füße. Schließlich ging es in dem Buch auch darum, wie die Ehe mit dem Innenminister in die Brüche ging.

Gegenüber dem "Parisien" erklärte sie, dass sie nur Auszüge aus dem Buch gesehen habe und "empört" gewesen sei. "Ich will nicht mehr, dass unser Privatleben mediatisiert wird" - sagte sie in dem Zeitungsinterview (!).

In ihrer Not rief sie ihren Noch-Ehemann Nicolas an. Der traf sich mit dem Verleger Vincent aus dem Hause Edition First. Und prompt blies dieser den Verkaufsstart des Buches ab - 25.000 bereits gedruckte Exemplare bleiben nun im Depot. Die gebuchten TV-Auftritte der Autorin in den einschlägigen Talkshows wurden abgeblasen.

Jetzt wird heftig darüber gerätselt, was der Innenminister dem Verleger wohl angedroht hat, damit dieser das unliebsame Buch nicht auf den Markt bringt. Drohte Sarkozy damit, selbst ein Buch zu schreiben? Oder wollte er dem Verleger, ein paar Jungs aus den Pariser Vorstädten auf den Hals hetzen?

An der Vermischung von politischen und privaten Leben sind die Sarkozys indes selbst Schuld. Schließlich arbeitete Cécilia bis zur Trennung offiziell als Beraterin im Stab des Partei-Chefs Sarkozy und war bei allen offiziellen Terminen mit von der Partie.

Für die Medien war diese Selbstinszenierung des Polit-Paares ein gefundenes Fressen, dass sie sich jetzt nicht mehr wegnehmen lassen. Die Autorin des Skandal-Buches verhandelt bereits mit anderen Verlagen.


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