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Die Geldkarte war bislang ein teurer Fehlschlag

jgo DÜSSELDORF. Mit der Geldkarte hat die Kreditwirtschaft die bestehenden Zahlungswege mittels Bargeld und EC-Karte um ein Zahlungsmittel ergänzen wollen, das sich besonders gut für kleine Beträge eignet. Da die Geldkarte vor Gebrauch "aufgeladen" werden muss und das Maximum bei 400 DM liegt, sind die Nutzer vor allzu großen Verlusten gechützt. Aus Händlersicht sollten vor allem die geringen Abwicklungskosten und die Zahlungsgarantie der Karte zum Durchbruch verhelfen.

Trotz dieser Vorteile ist die Geldkarte bei Kunden und Händlern gleichermaßen durchgefallen. 30 000 Geldkarten-Akzeptanzstellen gibt es derzeit in Deutschland - zu wenig, um Kunden den Gebrauch der Karte sinnvoll erscheinen zu lassen. Die dementsprechend geringen Ladebeträge haben nach Angaben von Branchenisidern zur Folge, dass das System nicht kostendeckend arbeitet. Wenn Banken auf ausgelagerte Einlagegelder in den Geldbeuteln gehofft hatten, sehen sie sich getäuscht.

Die Anfangseuphorie, die bei der Einführung 1996 im Ravensburger Pilotprojekt verbreitet worden war, hat sich längst gelegt. Nicht einmal die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, die sich der Geldkarte besonders angenommen hatten, rühren noch die Werbetrommel.

Vier Jahre nach dem Start ist die Geldkarte weit verbreitet. Den Löwenanteil machen dabei so genannte kontogebundene Karten, EC-Karten mit Zusatzchip, aus. Der Rest setzt sich aus den so genannten kontoungebundenen Karten, also Karten ohne Konto im Hintergrund, zusammen. Zurzeit sind insgesamt etwa 50 Millionen Geldkarten in Deutschland im Umlauf, wobei 40 Millionen Stück von Sparkassen und Raiffeisenbanken stammen. Pro Stück kostet die Geldkarte etwa 6 DM.

Im Dezember erlebten die Geldkarten einen gewissen Boom: Die Nutzungszahlen legten aber nur deshalb kräftig zu, weil eine EC-Kartengeneration ausgewechselt wurde. Zahlen, die dem EuroHandelsinistitut vorliegen, belegen das Fiasko: Nur, weil sich die Kunden entscheiden mussten, ob sie den Betrag übernehmen oder in bar wünschten stieg die Nutzung an. In beiden Fällen wurden Geldbewegungen registriert. Der Entladeumsatz lag im - vergleichsweise starken - Dezember bei rund 23 Mill. DM; an Bezahlumsatz wurden 14,7 Mill. DM verzeichnet.

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