Die genauen Regelungen
Klimaschutz im Kyoto-Vertrag

Laut dem im japanischen Kyoto 1997 unterzeichneten Protokoll sollen die Industrieländer den Ausstoß von sechs "Treibhaus- Gasen" um 5,2 % unter den Stand von 1990 reduzieren. Mehr als 90 Länder, die 37 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantworten, haben das Protokoll bereits ratifiziert. Die zugesagte Ratifizierung von Russland erwartet das Umweltministerium in Berlin für den Herbst. Damit würde die erforderliche Quote von 55 % erreicht, durch die der Vertag in Kraft tritt.

DÜSSELDORF. Die Emissionen sollen einerseits "signifikant" im eigenen Land sinken. Um aber das Energiesparen möglichst kostengünstig zu machen, erlaubt der Vertrag, dass ein Teil des Ausstoßes dort gesenkt wird, wo es am preiswertesten ist. Denn mit einem investierten Euro ist in weniger entwickelten Ländern eine größere Emissionsminderung erreichbar als in hoch entwickelten Industriestaaten wie Deutschland.

Der Vertrag sieht dazu drei "flexible" Instrumente vor. Der Emissionshandel ist eines davon. Des Weiteren können Länder und Unternehmen emissionsmindernde Umweltschutzinvestitionen in Entwicklungsländern (Clean Development Mechanism) und in Mittel- und Osteuropa (Joint Implementation) betreiben. Die damit erreichte Reduzierung der Emissionen können sie sich als "Kredite" gutschreiben lassen. Die zertifizierten Emissionsrechte lassen sich wie andere Finanzmarktderivate handeln.

Flexible Kyoto-Instrumente

Zu den "flexiblen" Instrumenten des Kyoto-Vertrages gehören neben dem Emissionshandel auch Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM). CDM sind Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekte in Entwicklungsländern, die von der EU ab 2005 anerkannt werden. JI ermöglicht den Industriestaaten und Osteuropa, die sich einem Minderungsziel verpflichtet haben, gemeinschaftliche Projekte. Diese werden aber nicht vor 2008 anerkannt. Ein Leitfaden des Bundesumweltministeriums (www.bmu.de) führt auf, was bei der Auswahl der Projekte zu berücksichtigen ist, damit sie international anerkannt werden. Mit dem Leitfaden können Projektentwickler, Investoren und Behörden internationale Klimaschutzprojekte ergebnisorientiert bewerten. Auch ein Internet-Check des Wirtschaftsverbandes e5 (http://cdm-ji-check.e5.org) hilft, die Chancen auf den Erhalt von Emissionszertifikaten einzuschätzen. Meist lasse sich das auf Basis der so genannten Marrakesch-Kriterien leicht ermitteln, so das Umweltministerium. Zweifelsfälle bedürfen noch Absprachen auf EU-Ebene. Die Bundesregierung erwartet für Anfang 2004 ein eindeutiges Prüf- und Auswahlverfahren. So soll rasch erkannt werden, ob ein Projekt die Kyoto-Bedingungen erfüllt.

sbe

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%