Die Generals gaben Auftrieb
US-Börsen surfen auf der Gewinnwelle

Eine Flut überraschend guter Unternehmensmeldungen weckten bei den Investoren Frühlingsgefühle. Getragen von starken Tech- und Chipwerten legten die US-Börsen eine beeindruckende Rallye hin. Der Dow Jones verbesserte sich um 2 % und schloss mit 10 301 Punkten. Die Nasdaq notierte mit einem Plus von 61 Zählern auf 1815 Punkten.

NEW YORK. Am Dienstag gab es neben erfreulichen Unternehmensmeldungen auch gute Wirtschaftsdaten: Die Industrieproduktion sowie die Kapazitätsauslastung legten im März über Erwarten zu. Nur das Baugewerbe verzeichnete einen starken Einbruch. Die Zahl der Neubau-Beginne ist erstmals seit zwei Jahren gefallen.

Zu den großen Dow-Stützen gehörten General Electric und General Motors. Der weltgrößte Automobilkonzern hat die Erwartungen der Analysten im ersten Quartal deutlich geschlagen und weist einen Gewinn von 1,39 Dollar pro Aktie aus. Euphorisch setzte der Konzern die Gewinnprognosen für das Jahr 2002 auf 5 Dollar, 25 % über den bisherigen Schätzungen. GM beendete den Tag mit einem Kursgewinn von 4,8 %.

Nach den Verlusten der vergangenen Woche weckte der weltgrößte Konzern General Electric am Dienstag wieder das Interesse der Anleger. Das Unternehmen plant, 7000 Stellen in seiner Finanzsparte zu streichen. Die Aktie von General Electric legte fast 4 % zu. In den vergangenen vier Wochen hat das Papier 15 % verloren, nachdem Investoren bezweifelten, dass GE wie angekündigt Gewinnzuwächse im zweistelligen Bereich erzielen könne.

Mit einem Plus von 2,8 % ging Coca-Cola aus dem Rennen, nachdem man den Tag noch im Minus begonnen hatte. Coca-Cola schnitt im vergangenen Quartal über den Erwartungen ab, doch stehen ein Umsatzminus zu Buche und "außergewöhnliche Kosten", die das operative Ergebnis des Brausekonzerns tief ins Minus drücken.

Dagegen schloss das Schwergewicht Caterpillar im roten Bereich. Der Baumaschinen-Hersteller erfüllte aufgrund schwacher Umsätze in den Bereichen Hausbau, Bergbau und Kraftwerke die Erwartungen im ersten Quartal nicht. Dennoch bestätigte Caterpillar die Aussichten für das Gesamtjahr.

Unter Verkaufsdruck geriet ebenfalls Delta Airlines: Die drittgrößte US-Fluggesellschaft verbuchte im ersten Quartal einen größeren Verlust als erwartet. Niedrige Umsätze im Bereich Geschäftsreisen, billige Tickets und das anhaltend schwache wirtschaftliche Umfeld bereiten dem Unternehmen weiterhin Sorge. Auch für das zweite Quartal erwartet es rote Zahlen.

Auf der Gewinnerseite fuhr Johnson & Johnson: Der Konsum- und Pharmakonzern verzeichnete starke Verkäufe des marktbeherrschenden Schmerzmittels Tylenol und im Bereich medizinischer Geräte und Pflaster. J&J schlägt die Erwartungen der Experten und ist auch für die Zukunft optimistisch.

Stark präsentierten sich am Dienstag die Tech-Werte. Angespornt durch die positiven Quartalszahlen und Aussichten von Texas Instruments legte der gesamte Chip-Sektor zu. Der Konzern schlägt die Erwartungen der Analysten und setzt die Prognosen für das Gesamtjahr herauf. Der viertgrößte Chip-Hersteller geht von einem Umsatzwachstum von 10 % bis Jahresende aus. Die Aktie verteuerte sich um 5 %.

Der Chip-Sektor profitierte am Dienstag weiterhin von Novellus Systems. Das Unternehmen hat die Schätzungen geschlagen und setzt die Prognosen für das laufende Quartal herauf. Mit Novellus stiegen auch die Kurse für Applied Materials und die Zulieferer KLA-Tencor und Cymer.

Ebenfalls zu den Gewinnern gehörte die Telefongesellschaft Sprint. Die Aktie gewann 23 %, nachdem das Management die Schätzungen der Wall Street überflügeln konnte. Sprint reduzierte die Verluste im Mobilfunk-Sektor stärker als erwartet. Dagegen ignorierten die Investoren die vorsichtigen Äußerungen des Unternehmens zu den Aussichten der Branche.

Es muss auch Verlierer geben: Dazu gehörte am Dienstag die Aktie von Handspring. Die Nummer Zwei im Bereich der Taschencomputer - hinter Branchenführer Palm - hat trotz des Launchings des neuen "Treo" deutlich Marktanteile verloren und kürzt die Umsatzprognosen für das laufende Quartal um die Hälfte. Das Papier verbilligte sich um 20 %.

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