Die geplante Erhöhung des US-Verteidigungsetats verunsichert den Kapitalmarkt: Anleihemärkte: Zinsanstieg ins Stocken geraten

Die geplante Erhöhung des US-Verteidigungsetats verunsichert den Kapitalmarkt
Anleihemärkte: Zinsanstieg ins Stocken geraten

Haben die Anleihemärkte mit den Zinssteigerungen der vergangenen Wochen übertrieben? Sowohl vom Weltwirtschaftsgipfel in New York als auch von den zur Veröffentlichung anstehenden neuen Konjunkturdaten in Europa und in den USA erhoffen sich die Akteure an den Anleihenmärkten in der neuen Woche eindeutige Signale, die eine Antwort auf diese Frage erleichtert.

FRANKFURT/M. So wird Eurostat - das Europäische Statistikamt - an den ersten beiden Wochentagen Daten zum Verbrauchervertrauen, zu den Erzeugerpreisen und zum Arbeitsmarkt in den zwölf Ländern der Eurozone veröffentlichen. In den USA werden am Dienstag die Auftragseingänge in der Industrie und der Einkaufsmanagerindex veröffentlicht.

Experten gehen dabei davon aus, dass sich die Flut positiver Konjunkturdaten fortsetzt, die am Freitag zunächst für einen weiteren Anstieg der langfristigen Zinsen gesorgt hatten. Der US-Einkaufsmanagerindex für den Monat Januar ist von 48,1 auf 49,9 gestiegen und bestätigte damit den positiven Konjunkturausblick ebenso wie der von 88,8 im Dezember auf 93,0 im Januar in die Höhe gekletterte Verbrauchervertrauens-Index der Universität von Michigan. Die Bauausgaben stiegen nach Angaben der US-Regierung im Dezember wie erwartet um 0,2 %.

Als später jedoch neue US-Arbeitsmarktdaten vorgelegt wurden, drehte die Stimmung an den Bondmärkten. Obwohl die Arbeitslosenrate im Januar von 5,8 % auf 5,6 % fiel, verstärkte sich die Rückkaufneigung am Bondmarkt. Dies vor allem, weil die Zahl der abgebauten Stellen in der US-Wirtschaft im Januar mit 89 000 klar über den Prognosen von 27 000 gemeldet wurden.

Am US-Bondmarkt - dem mit einem Anteil von über 50 % eindeutig dominierenden Rentenmarkt in der Welt - wurde die Rendite 10jähriger US-Staatsanleihen nach einem Tageshoch von 5,03 % zum Handelsschluss nur noch auf einem Niveau von 4,98 % ermittelt. Ein weiterer Grund für die leichte Kursschwäche war die von US-Präsident George W. Bush angekündigte drastische Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Ökonomen argumentieren, dass dies zu einer stärkeren Beanspruchung der Kapitalmärkte durch den US-Staat führen und die Entwicklung der Langfrist-Zinsen negativ beeinflussen werde.

Europas Rentenmärkte gerieten in den Sog steigender sinkender Dollarzinsen. Nach anfänglichen Kursverlusten verstärkte sich später die Rückkaufneigung der Anleger. "Die Bondmärkte haben das absehbare positive Konjunkturszenario durch die Kursverluste der letzten Zeit bereits vorweggenommen, so dass vorerst kaum noch Spielraum für einen weiteren Anstieg der Renditen besteht", begründet Norbert Wuthe, Analyst der DZ Bank. Hierzulande verharrte die Umlaufrendite bei 4,82 % Die Bundesbank veräußerte Anleihen über nominal 13 Mill. . Der März-Bund-Future schloss bei 108,05 um 16 Basispunkte höher, nachdem das Tagestief mit 107,51 markiert wurde.

Ruhig verlief das Emissionsgeschäft. Aufmerksamkeit fand die DePfa Deutsche Pfandbrief Bank die einen am 16.7.2007 fälligen Global- Pfandbrief mit einem Volumen von 3 Mrd. auflegt. Kupon: 43/4 %, Ausgabepreis: 99,259 %.

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