"Die Geschichte nicht umschreiben lassen"
Vogel unterstützt Kohl im Streit mit Schröder

Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel hat Altbundeskanzler Helmut Kohl im Streit mit Bundeskanzler Gerhard Schröder wegen der Verdienste um die Einheit Unterstützung signalisiert.

ap BERLIN. Die Wiedervereinigung sei vor allen den Menschen in Ost und West zu verdanken, betonte der CDU-Politiker am Montag im Deutschland-Radio Berlin. "Aber wir dürfen die Geschichte nicht umschreiben lassen", fordert Vogel. Dies hatte Kohl bereits am Vortag verlangt, als er der SPD vorwarf, sie habe die Einheit bis zuletzt nicht gewollt.

"Gerhard Schröder hat als niedersächsischer Ministerpräsident gegen die Wirtschafts-und Währungsunion gestimmt", erinnerte Vogel. Dies sei Fakt. Andererseits habe Willy Brandt damals den Satz geprägt: "Es wächst zusammen, was zusammen gehört." Mittlerweilen sei schon vieles zusammengewachsen. Aber es brauche noch eine ganze Weile, bis beispielsweise die Infrastruktur im Osten der im Westen Deutschlands vergleichbar sei. Für den Parteienstreit um die Rolle bei der Einheit habe er nur bedingt Verständnis, fügte Vogel hinzu.

Für Aufbau Ost und Gehaltsanpassungen

Zum zehnten Jahrestag der Einheit plädierten Topmanager für die Beibehaltung der staatlichen Sonderförderung zum Aufbau der neuen Länder. Nach einer repräsentativen Befragung im Auftrag des "Handelsblatts" sprachen sie sich zugleich für die Abschaffung des Solidaritäts-Zuschlags auf die Einkommensteuer aus. Das Bekenntnis der Bundesregierung zu einer weiteren staatlichen Förderung des Aufbaus Ost über 2004 hinaus stoße bei den Führungskräften auf große Zustimmung, schrieb das Blatt am Montag.

Die Gewerkschaft der Polizei mahnte erneut gleiche Bezahlung in Ost und West an. Noch immer werde nicht gleicher Lohn für gleiche Arbeit geleistet, kritisierte GdP-Vorsitzender Norbert Spinrath am Montag. Die Ostpolizisten hätten unterm Strich über zehn Prozent weniger Vergütung. Die Politiker, die sich heute zum Jahrestag auf die Schulter klopften "haben in ihrer Rolle als Arbeitnehmer klar versagt. Es gebe zwar Einigkeit und Recht und Freiheit, Gleichheit jedoch nicht.

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