Die Gewinner der Auktion könnte zum Verlierer an der Börse werden
Analysten: Daewoo könnte sich als Bremsklotz erweisen

Fünf große Automobilunternehmen geben heute ihre Angebote für den insolventen südkoreanischen Konzern Daewoo Motor Co, Inchon, ab. Ein Kauf von Daewoo würde sich für keinen auszahlen, urteilen die Analysten.

vwd TOKIO. Der Gewinner der Daewoo-Auktion könnte sich nach Ansicht von Analysten letztlich als Verlierer an der Börse herausstellen, schreibt das Asian Wall Street Journal "Originalbericht" (AWSJ) in seiner Montagausgabe. Neben Hyundai Motor Co , Seoul, und Daimler-Chrysler AG, Stuttgart, die heute eine strategische Allianz bekannt gegeben haben, bieten General Motors Corp (GM), Detroit, sowie Ford Motor Corp , Dearborn, und Fiat SpA , Turin, mit. GM und Fiat geben eine gemeinsame Offerte ab.

Ein Kauf von Daewoo würde sich für keinen auszahlen, urteilen die Analysten. Mit Hinweis darauf, dass GM eine gute Chance habe zu gewinnen, schreibt Merrill-Lynch-Analyst John Casesa: "Die Akquisition von Daewoo ist eines dieser Geschäfte, die strategisch Sinn machen, die aber wahrscheinlich den Börsenkurs nach unten drücken, weil für einige Zeit keine Gewinne sichtbar sein werden". Obwohl Daewoo interessante Werte in Polen besitze und als Eingangstor in den koreanischen Markt zu betrachten sei, verweist Gary Lapidus von Goldman Sachs auf die angehäuften Verluste, deren volle Höhe eventuell noch gar nicht bekannt seien. "Wie will GM oder wer auch immer das reparieren - und wie viel wird es kosten?", fragt Lapidus.

GM hat im Dezember rund sechs Mrd $ für eine Mehrheit an Daewoo geboten, aber nach Analysten-Schätzung ist der Unternehmenswert in den sechs Monaten seither durch die fortgeschriebenen Verluste auf drei bis vier Mrd. USD gesunken. Daimler-Chrysler und Hyundai geben ein gemeinsames Angebot ab. Insider hätten jedoch berichtet, dass Daimler-Chrysler-Vorstandsvorsitzender Jürgen Schrempp weiter kein Interesse am Erwerb von Daewoo habe. Das Unternehmen gelte als potenzielle Belastung. Auch sei Daimler-Chrysler nicht daran interessiert, beim Aufbau eines koreanischen Auto-Monopols zu helfen, das von der südkoreanischen Regierung abgelehnt werde.

Hyundai hat jedoch seit Monaten von einem gemeinsamen Angebot für Daewoo gesprochen, teilweise aus nationalistischen Gründen. Damit die Hyundai-Manager ihr Gesicht wahren könnten, stimmt Daimler-Chryler nach Angaben von informierten Kreisen einem ersten Angebot zu, bei weiteren Bieterrunden werde die Angelegenheit dann aber nicht mehr sehr intensiv verfolgt.



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