"Die Grenze ist erreicht"
Waldenfels droht Haas mit Rausschmiss

Thomas Haas droht der Rausschmiss aus dem Daviscup-Team. "Die Grenze ist erreicht", sagte der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels. Der 56-jährige fügte am Montag ultimativ hinzu: "Wenn er seine Beschimpfungen gegen den Verband nicht unterlässt, wird das Konsequenzen haben. Er wird schließlich nicht gezwungen, im Daviscup zu spielen."

dpa HAMBURG. Es werde keine "Sonderbehandlung Haas" geben, schrieb er dem 25-Jährigen zum Grand- Slam-Turnier via E-Mail nach Melbourne und bot abermals ein persönliches Gespräch an. Zugleich aber betonte er: "Sein abfälliges Verhalten werde ich nicht mehr akzeptieren."

Einen Monat vor der Erstrundenpartie in Zagreb gegen Kroatien (8. bis 10. Februar) droht der Zwist mit dem derzeit besten deutschen Tennisprofi und dem Verband zu eskalieren. Vor seinem Auftakteinzel bei den Australian Open am Dienstag gegen den Russen Andrej Stoljarow wiederholte der Hamburger seine Kritik an von Waldenfels und den "Leuten beim DTB, die vom Tennis keine Ahnung haben". Streitpunkt Nummer eins ist die strikte Absage des DTB, Haas einen privaten Physiotherapeuten zu finanzieren.

"Das ist eine einmalige Forderung", wunderte sich von Waldenfels. Die Vorstellungen des Spielers, dass der DTB die rund 100 000 Euro für dessen Physiotherapeuten übernehmen soll, kann der Präsident nicht nachvollziehen. "Es ist mir ein Rätsel, wie er auf diese Idee kommt. Offenbar ist er nicht immer gut beraten." Auch die scheinbar drastisch gekürzten Verträge für den Einsatz im Daviscup haben Haas auf die Palme gebracht. "Das stimmt doch alles nicht", entgegnete der Jurist aus München. Detaillierte Zahlen wollte er zwar nicht verraten, aber: "Bei einem Sieg im Daviscup wird mehr Geld ausgeschüttet als beim letzten Triumph 1993."

Damals bekam die Mannschaft um Michael Stich für den Erfolg gegen Australien umgerechnet rund 500 000 Euro überwiesen. Haas als bestplatzierter deutscher Spieler könnte bei optimalem Verlauf allein fast das Doppelte verdienen. Dazu müsste er allerdings alle Matches - acht Einzel und vier Doppel - gewinnen. Die ausgelobte Prämie ist gedrittelt: Geld gibt es fürs Antreten sowie jeden errungenen Punkt und schließlich den Sieg - in Kroatien könnte Haas schätzungsweise rund 80 000 Euro kassieren. Das scheint dem in Florida lebenden Millionär offenbar nicht genug zu sein.

Ungeachtet der Turbulenzen nominierte Kapitän Michael Stich am Montag seine Mannschaft für Kroatien. Ungewohnt früh, denn offiziell hätten Thomas Haas, Nicolas Kiefer, Rainer Schüttler und David Prinosil erst zehn Tage vor der Partie - also am 29. Januar - benannt werden müssen. "Die Sieler sollen rechtzeitig wissen, woran sie sind. Ich möchte, dass sie bei den Australian Open ein gewisses Maß an Sicherheit haben", betonte Stich. Vom DTB-Ultimatum an Haas war er unterrichtet. Wer gegen Wimbledonsieger Goran Ivanisevic & Co. tatsächlich spielen wird, ließ der Elmshorner offen. "Ich habe die besten deutschen Einzelspieler und mit David Prinosil unseren besten Doppelspieler nominiert. Alles weitere wird später entschieden."

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