Die größte Radprüfung der Welt
100 Jahre Lust am Leiden

Vor hundert Jahren erfand ein Zeitungsverleger die Tour de France. Schon im zweiten Jahr gab es den ersten Skandal.

Idee: Weil der ehemalige Stunden-Weltrekordler Henri Desgranges die Auflage seiner neu gegründeten Zeitung L?Auto (später: L?Equipe) steigern wollte, erfand er vor hundert Jahren "die größte Rad-Prüfung der Welt, ein einmonatiges Rennen mit 20 000 Francs Preisgeld".

Debüt: Am 1. Juli 1903 starteten 60 Radsportler zur ersten Etappe über 467 Kilometer nach Lyon. Gestartet wurde die Etappe wegen einer fehlenden Genehmigung für Paris in Montgeron vor den Toren der Hauptstadt. Nach 17:45:13 Stunden erreichte Maurice Garin als Erster das Ziel und verschwand anschließend im Badehaus.

Sieger: Garin wurde nach sechs Etappen über 2 425 Kilometer und drei Etappensiegen mit fast drei Stunden Vorsprung auf seinen Landsmann Lucien Pothier auch Gesamtsieger. Der 32-Jährige erhielt 6 075 Francs. Insgesamt hielten 21 Fahrer durch.

Eklat: Bei der zweiten Auflage 1904 gab es Ärger, weil sich einige Fahrer, darunter auch Garin, zwischenzeitlich in die Eisenbahn gesetzt hatten. Das war weniger anstrengend, wurde aber - allerdings erst einige Monate später - mit Disqualifikation bestraft.

Leiden: Zwei Weltkriege und diverse Doping-Skandale konnten die Tour nicht vom Erfolgsweg abbringen. Die Zahl der Teilnehmer und Etappen wuchs ständig, die Lust am Leiden ebenso. 1910 beschimpfte der Franzose Octave Lapize die Organisatoren wegen der unmenschlichen Schinderei mit "Ihr seid Mörder", fuhr aber trotzdem weiter und gewann.

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