Die größten deutschen Fonds mit Schwerpunkt Deutschland im Vergleich
Fondsmanager bleiben vorsichtig

Aktien aus defensiven Branchen bleiben im schwierigen Börsenumfeld erste Wahl. Das sagen zumindest die Manager der größten deutschen Aktienfonds. Die aktuelle Fondsstatistik scheint ihnen recht zu geben, denn allein im September liegen die durchschnittlichen Wertverluste bei fast 21 %.

HB/fw FRANKFURT/M. Relativ gut hielt sich der Fondak. "Er hat sich vor zwei Jahren, zu einem sehr günstigen Zeitpunkt auf eine defensiv, wertorientierte Strategie umgestellt und ist damit sehr gut gefahren", sagt Wolfgang Kaiser von der Beratungsfirma Fonds-Consult in München. Wie Fondsmanagerin Heidi Heulzenröder erläutert, mischt der Fonds defensive Dax-Titel mit kleineren Aktien aus dem MDax - er ist also anders ausgerichtet als viele große Fonds, die eindeutig den Dax als Vergleichsmaßstab nehmen. Ein Schwerpunkt des Fondak liegt im Bereich Pharma und Chemie.

Unter den Fonds mit klassischer Ausrichtung steht der DWS Investa auf der Empfehlungsliste von Fonds-Consult. Er überzeuge durch ein etabliertes Management und eine langjährig bessere Wertentwicklung als die meisten Konkurrenten, sagt Kaiser.

Aber die beste Strategie hilft wenig, wenn der Aktienmarkt nicht mitspielt. Und da bleibt die Skepsis groß. Im besten Fall wird sich der Dax nach Einschätzung von Deka-Fondsmanager Trudbert Merkel bei über 3 000 Punkten stabilisieren. Er argumentiert mit den unsicheren Konjunkturaussichten. Sollte das Wachstum gering ausfallen, werde sich das negativ auf die konjunktursensiblen Unternehmen auswirken. Deshalb zählen zyklische Werte, wie etwa Technologiewerte, Stahl- und Chemieaktien nicht zu seinen Favoriten. Übergewichtet hat er statt dessen nicht konjunktursensible Konsumwerte wie Henkel und Wella. Allerdings hat er bei der "großen Übertreibung nach unten" die niedrigen Kurse der Allianz und der Münchener Rück zum Kauf genutzt. . "Interessant" finde er auch die Lufthansa-Aktie. Das Unternehmen sei vom Markteintritt der Billig-Konkurrenten nur wenig betroffen, da es einen Großteil des Gewinns bei Interkontinentalflügen erwirtschafte, erklärt Merkel. Hier komme dem Unternehmen die internationale Star Alliance zugute sowie die niedrigen operativen Kosten. Entsprechend der Indexgewichtung seien die Deutsche Bank mit 9 % und die Siemens-Aktie mit rund 7 % berücksichtigt. Daimler-Chrysler und BASF folgten mit rund 6 %.

Die Experten bei Union Investment gehen ebenfalls von einer Seitwärtsbewegung am Deutschen Aktienmarkt aus. "Der UniDeutschand ist ein Index naher Fonds, bei dem wir aber Abweichungen vom Dax bewusst in Kauf nehmen", erläutert Carsten Hilck die Anlagestrategie. Hilck ist nach eigenen Angaben - wie der Deka-Mann Merkel - defensiv ausgerichtet. Die BMW-Aktie mache etwa 5 % des Fondsvolumens aus. BMW sei der beste Autowert im Dax und weise nach Porsche die höchste Gewinnmarge unter den deutschen Automobilherstellern auf.

Untergewichtet habe er die gesamte Finanzbranche wegen der nach wie vor großen Strukturprobleme. Dies gelte vor allem für die MLP-Aktie, die lange Zeit überhaupt nicht im Portfolio enthalten gewesen sei. Ihm sei die Aktie wegen der staatsanwaltlichen Ermittlungen nach wie vor "suspekt". Am besten gefällt dem Fondsmanager nach eigenen Angaben aus dieser Branche noch die Deutsche-Bank-Aktie.

Die absolut am höchsten gewichteten Aktien im UniDeutschland seien Daimler-Chrysler und Siemens mit jeweils rund 8 % Anteil. Im Vergleich zu ihrem hohen Anteil am Dax seien diese beiden Aktien damit aber noch untergewichtet, sagt Hilck.

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