Die größten Flops des Börsenjahres
T-Aktie und Daimler-Chrysler enttäuschen die Anleger

Telekomaktien sind am Mittwoch in Europa weiter gefallen. Auch die Aktien der Daimler-Chrysler AG markierten ein neues Jahrestief. Sie bestätigten damit ihre Stellung als die Flops des Börsenjahres 2000. Kommentar: Vorsichtig auswählen

itt/cd/som/tmo DÜSSELDORF. Telekomaktien in Europa sind am Mittwoch weiter gefallen. Sie bestätigten damit ihre Stellung als die Flops des Börsenjahres 2000. An die Spitze der europäischen Negativrangliste hat sich bei den Schwergewichten British Telecom geschoben. Mit knappem Abstand folgt - gemessen am Stoxx-50-Index - die Deutsche Telekom. Beide Aktien haben im Verlauf des Jahres mehr als die Hälfte ihres Börsenwertes eingebüßt. Dritter Verlierer ist mit Daimler-Chrysler ein Autowert. Noch stärker als in Europa gerieten einige Börsenschwergewichte in den USA unter die Räder. Neben Microsoft und AT&T erwischte es den Internetwert Yahoo besonders heftig: Mit einem Kursverlust von über 80 % zählt die Aktie zu den schlechtesten Papieren im stark beachteten S&P-500-Index.

Diese Kursverluste sind nur von wenigen Experten rechtzeitig vorhergesagt worden. Das Vertrauen der Anleger in Empfehlungen hat daher im vergangenen Jahr stark gelitten. Professor Wolfgang Gerke von der Universität Nürnberg-Erlangen urteilt sogar: "Analysten liegen mit ihren Prognosen oft schlechter als die Wettervorhersage."

Die Banken reagieren auf die heftige Kritik der Anleger: "Wir - und nicht nur wir - haben Grund, uns angesichts der Marktentwicklung Gedanken zu machen", gesteht Rainer Raschdorf, Analyst der DG Bank ein. So werde bei Neuemissionen wieder stärker auf die Qualität der Börsenaspiranten geachtet. Privatanlegern rät er, Studien von Analysten über plakative Urteile hinaus zu lesen.

Im Gegensatz zu den Analysten, die sich in erster Linie auf fundamentale Faktoren für die Bewertung von Aktien stützen, sind Charttechniker für den Beginn des neuen Jahres pessimistisch gestimmt. Dies gilt für die Wachstumsbörsen Nasdaq in New York und Neuer Markt in Frankfurt ebenso wie für den Deutschen Aktienindex (Dax). Mögliche Aufwärtsbewegungen seien lediglich Zwischenerholungen innerhalb der intakten Abwärtstrends. Diese wurden in den USA und in Europa im März eingeleitet und bescherten den Hochtechnologietiteln Kursverluste von durchschnittlich mehr als 50 Prozent.

"Die erste Woche im kommenden Jahr wird sehr entscheidend", meint Klaus Deppermann von der BHF-Bank. Sollte der Markt erneut einbrechen, wäre dies ein Signal zur Zurückhaltung für all jene Anleger, die in den vergangenen Wochen Liquidität aufgebaut hätten, sagt Deppermann. Achim Matzke von der Commerzbank rät den Anlegern zur Geduld. Nach den heftigen Verlusten in den vergangenen Monaten gebe es lediglich Stabilisierungschancen. Eine nachhaltige Trendwende sei aber noch nicht in Sicht.

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