Die größten Herausforderungen liegen im Material
1:0 fürs trendige Trikot

Leibchen wird Lifestyle - pünktlich zur Europameisterschaft der Kicker in Portugal. Sportmode ist Kult, deshalb bestimmt nicht der Verschleiß den Rhythmus des Trikottauschs, sondern der Trend.

Mannschaften tauschen Trikots nach einer Saison aus, auch Fans stürzen sich auf die jeweils neuesten Modelle. Sportmode ist Kult, deshalb bestimmt nicht der Verschleiß den Rhythmus, sondern der Trend. Weltweit werden etwa 2,5 Milliarden Euro mit Fußball-Produkten umgesetzt. Das besagen Schätzungen.

Leibchen wird zum Lifestyle. Bewundern kann man die aktuellen Kreationen während der Fußballeuropameisterschaft in Lissabon (12. Juni bis 4. Juli 2004). Die Sportmodemacher bleiben am Ball: Puma verpflichtete mit Neil Barrett einen internationalen Topdesigner; der ließ sich beim Entwurf der Italiener-Trikots von römischen Gladiatoren inspirieren. Nike macht es den Kickern leicht und reduziert das Gewicht einer kompletten Ausrüstung - Shirt, Hose und Stutzen - auf 385 Gramm. Und Marktführer Adidas kann sich wieder einmal rühmen, die meisten Teams, nämlich fünf, auszustatten.

Dabei ist das Trikot eigentlich eher Antimode. Die Palette der Farben beschränkt sich auf die der Nation oder des Vereins, deren Anordnung zuweilen auch zwingend vorgeschrieben ist, etwa durch Streifen.

Damit keine modische Langeweile auf dem Rasen aufkommt, weil sich die Mannschaftstrikots alle irgendwie ähneln, muss man improvisieren. Wie Werder Bremen. Der Deutsche Meister überraschte zu Beginn der Bundesligasaison 2003/04 mit orangefarbenen Ärmeln am traditionellen grün-weißen Torso. "Wir wollten uns abheben vom VfL Wolfsburg, der ebenfalls in Grün-Weiß spielt. Orange haben wir gewählt, weil es frisch wirkt und angesagt ist", erklärt Tino Polster, Werders Mediendirektor.

Die größten Herausforderungen liegen allerdings im Material. High-Tech-Fasern werden nicht nur immer leichter, atmungsaktiver und bewegungsfreundlicher, sie beeinflussen auch die Optik. "Schon früher kamen Spieler zu uns und beklagten sich darüber, dass die weit geschnittenen Trikots in der Bewegung unattraktive Beulen werfen. Aber erst vor wenigen Jahren konnten wir reagieren." Maurizio Vitale vom Marketing des italienischen Sportartikelherstellers Kappa spricht über das Modell "Kombat", eine Kombination aus Polyamid und Lycra. Wie eine zweite Haut legt es sich um den Körper des Trägers. "Dehnbar bis 70 Zentimeter", verspricht Vitale - schwere Zeiten für Verteidiger, die gern am Trikot des gegnerischen Stürmers zerren.

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