Die größten Institute planen umfangreiche Kooperationen
Sparkassen bündeln ihre Kräfte

In Deutschland entsteht eine neue Kraft im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden. Acht Großsparkassen wollen ihre Kräfte bündeln. Die verschärfte Konkurrenz zu privaten Banken und die Kostenexplosion zwingen die Sparkassen zu neuen Strategien. "Wir müssen erkennen, dass selbst die beiden Kölner Sparkassen zu klein sind, um in bestimmten Geschäftsfeldern die kritische Masse zu erreichen", erklärt der Chef der Stadtsparkasse Köln, Gustav Adolf Schröder, dem Handelsblatt.

KÖLN/FRANKFURT. Neben der Stadt- und der Kreissparkasse Köln wollen sich auch die Institute in Hamburg, Frankfurt, Wiesbaden, München, Bremen und Hannover der geplanten Fitnesskur unterziehen. Die Großsparkassen kommen aktuell zusammen auf ein Bilanzvolumen von rund 300 Mrd. DM. Hauptziel der Kooperation ist es, die Kosten in den Griff zu bekommen, die vor allem durch hohe Technologie-Investitionen verursacht werden. Acht Institute könnten schneller Lösungen finden als die gesamte Sparkassengruppe, urteilt der Chef der Nassauischen Sparkasse, Anton Mauerer. Neben dem Kostendruck belastet die Abschaffung der öffentlichen Bankgarantien ab dem Jahr 2005 die Sparkassen und Landesbanken in Deutschland. Brüssel und Berlin hatten sich Mitte Juli auf den Kompromiss im Landesbankenstreit geeinigt.

Auf den verschärften Wettbewerb haben die Großsparkassen schnell reagiert: Mit der Unternehmensberatung McKinsey wurden fünf Aktionsfelder bestimmt: Gesamtbanksteuerung/Risikokontrolle, Firmenkundengeschäft einschließlich Börsengängen, Wertpapiergeschäft sowie Personalent- und Produktabwicklung.

Die Kooperationsgespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium. "Zunächst wollen wir das Tagesgeschäft durchleuchten und danach Kooperationen und gegebenenfalls gemeinsame Gesellschaften starten", sagt Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln. Die Arbeit der Fachgruppen beginnt nach der Sommerpause. "Ergebnisse sollten bis zum Jahresende vorliegen", so Mauerer. Ängste kleinerer Sparkassen zerstreut Krämer: "Wir sind keine geschlossene Gesellschaft."

Die Großsparkassenchefs verstehen ihr Vorhaben nicht als "Kriegserklärung an die Landesbanken". Diese reagieren gelassen auf die Pläne. Es sei offen, ob sie sich auf die künftige Struktur der Landesbank auswirken könnten, erklärt die Westdeutsche Landesbank. Die Bayerische Landesbank sieht ebenfalls keine neue Konkurrenz aufkommen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) "begleitet das Projekt mit Interesse".

Das Modell habe großen Charme, betont Hermann Prelle, Managing Director bei UBS Warburg. Speziell im Technologiebereich seien erhebliche Synergien zu erzielen. "Langfristig reichen Kooperation aber nicht aus", fürchtet der Banker. Die Sparkassen müssten entweder mit Landesbanken fusionieren oder an die Börse gehen. Mit dem Erlös könnten sie sich bei einem Finanzdienstleister wie Tecis oder einer Privatbank einkaufen.

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