Die guten alten Zeiten
Jubiläumssonderschau gedenkt den Anfängen der IAA

Die erste Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main war eine Messe für Träumer. Auf der im April 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss eröffneten Ausstellung standen nicht günstige Kleinwagen im Mittelpunkt, sondern üppige, zu Blech und Chrom gewordene Träume.

ddp FRANKFURT/MAIN. Bei dieser ersten großen Autoschau nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem üppige Limousinen und PS-starke Sportwagen präsentiert. Die konnte sich in den Zeiten der Mangelwirtschaft zwar so gut wie niemand leisten, das Publikumsinteresse war dennoch riesig: In zehn Tagen wollten rund 600 000 Besucher die für sie meist unerreichbaren Traumwagen wenigstens sehen und vielleicht berühren. Der Besucherstrom machte die IAA 1951 zu einem durchschlagenden Erfolg, die Messe blieb fortan in Frankfurt. Vor dem Krieg waren große deutsche Autoausstellungen vor allem in Berlin zu Hause.

An die Frankfurter Ausstellung vor 50 Jahren erinnert der Verband der Automobilindustrie (VDA) auf der inzwischen 59. IAA mit einer Jubiläumssonderschau. 1951 teilten sich 537 Aussteller - davon 35 aus dem Ausland - 70 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Verglichen mit den heutigen 235 000 Quadratmetern ging es also recht eng zu. Vielen Produzenten mussten einige Quadratmeter genügen. Etwas mehr Platz gab es an den Ständen großer Hersteller wie Mercedes. Die Marke mit dem Stern zeigte damals ihr fast 20 000 DM teures Top-Modell Mercedes 300, dass Lieblingsauto von Altbundeskanzler Konrad Adenauer. Der Studebaker Commander spielte zwar preislich in der gleichen Liga wie der Mercedes, war aber weniger gediegen, sondern eher futuristisch. Mit seiner spitzen Schnauze und den weit nach vorne gezogenen Kotflügeln sah das Auto einem Flugzeug ähnlich.

Die kleinen und ganz kleinen Autos führten zwar ein Schattendasein auf der IAA 1951, aber es gab sie immerhin. Den harten Zeiten entsprechend waren sie zudem nichts für komfortverwöhnte Weichlinge. Das Fuldamobil zum Beispiel: ein aus Holz und Aluminiumplatten gezimmertes dreirädriges Gefährt, dessen eiförmige Karosserie an eine abgebrochene Flugzeugkanzel erinnerte. Mutige erreichten mit dem Fuldamobil 75 Stundenkilometer, allerdings musste der Motor mit seinen 9,5 PS dann schon einen guten Tag haben. Der einzige Kompaktwagen, der damals Premiere in Frankfurt feierte, war ein Gutbrod "Superior". Der Zweisitzer sah zwar gut aus und bot mit Benzineinspritzung richtungsweisende Technik. Allerdings hatte er keinen Kofferraum, sein praktischer Nutzen war also eingeschränkt. So etwas konnte natürlich kein Volkswagen werden.

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