"Die haben ein Magazin leergeschossen"
Blutbad bei Schießerei in Dortmund

Aus einem fahrenden Auto heraus haben Unbekannte am Montag in der Dortmunder Innenstadt ein Blutbad mit zwei Toten angerichtet: Von mehreren Kugeln wurden die zwei Männer tödlich getroffen, zwei erlitten schwere Verletzungen. Die Täter hatten nach Polizeiangaben ein südländisches Aussehen.

dpa DORTMUND. Bei den Toten handele es sich um Türken, die Verletzten seien ebenfalls ein Türke und ein Grieche. Die Todesschützen konnten unerkannt in ihrem Wagen entkommen. Die Hintergründe der Bluttat waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst völlig unklar.

Die Opfer wurden nach Berichten von Augenzeugen mehrfach von Kugeln getroffen. Die Schüsse trafen einen der Männer im Bauch, einen anderen in Arme und Beine. Sie wurden noch am Nachmittag operiert. Passanten leisteten am Tatort Erste Hilfe. Die Helfer sowie einige weitere Passanten mussten anschließend von Psychologen betreut werden.

"Wir stehen ganz am Anfang", sagte Staatsanwalt Albert Keil. "Das Tatgeschehen ist noch völlig offen." Zunächst sollten am Abend die Opfer obduziert werden, kündigte Keil an. Die Männer waren vor einer Gaststätte von den Schüssen aus einer Faustfeuerwaffe getroffen worden. Einer der Toten sei 21 Jahre alt gewesen, einer der Verletzten sei im Alter von 25 Jahren. Waffen seien nicht gefunden worden, nur "eine Menge Patronenhülsen", sagte Keil.

"Die haben ein ganzes Magazin leergeschossen", sagte ein fassungsloser Augenzeuge. Fünf oder sechs Schüsse seien gefallen, berichteten andere Anwohner. Bandenkrieg oder Familienfehde - hinter den Polizeiabsperrungen rund um den Dortmunder Nordmarkt brodelte die Gerüchteküche. Von Streitigkeiten im Heimatland der Beteiligten, gar von einem Mord, wollten Anwohner gehört haben.

Es war das dritte Mal innerhalb eines Monats, dass in der Dortmunder Nordstadt auf Südländer geschossen wurde, davon zwei Mal aus einem fahrenden Auto. Über mögliche Zusammenhänge war nach Keils Angaben noch nichts bekannt: "Es gibt keine Zusammenhänge, die einen so anspringen", sagte er.

Die Anwohnern der Nordstadt fühlen sich zunehmend bedroht: "Man kriegt Angst in der Gegend und fühlt sich nicht mehr sicher", sagte Ivana Pleic. Sie habe etwa fünf Schüsse gehört und sei "sehr erschrocken" gewesen. Zwei Jugendliche meinten, sie fühlten sie sich bislang wohl. Doch "meine Kinder möchte ich nicht hier aufziehen", sagte einer der beiden. "Man kriegt Angst hier."

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