Die Hälfte der Formel-1-Saison ist rum
Schumacher kann am Wochenende Rekorde aufstellen

Michael Schumacher hat eine zufrieden stellende Halbzeit-Bilanz in der Formel-1-Saison gezogen. Mit Prognosen für die am Sonntag beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring beginnende zweite Hälfte tut er sich indes schwer.

HB/dpa HAMBURG. "Es scheint, als sei das Kräfteverhältnis von Rennstrecke zu Rennstrecke unterschiedlich, jeweils abhängig von der Charakteristik des Kurses", schrieb der fünfmalige Weltmeister am Montag auf seiner Homepage. "Daher denke ich, dass in der zweiten Saisonhälfte die Vorteile gut verteilt sein werden, dass also wir weiterhin Rennen gewinnen werden, aber McLaren-Mercedes oder BMW - Williams ebenfalls."

Rechtzeitig vor seinem Heim-Grand-Prix in der Eifel hatte Schumacher beim Großen Preis in Montreal die WM-Führung mit 54 Punkten von McLaren-Mercedes-Fahrer Kimi Räikkönen (51 Punkte) erobert. "Wie gesagt, ich denke, dass dies ein sehr harter Kampf um den Titel wird, der sich erst zum Schluss entscheiden wird", meinte der 34-Jährige. "Trotzdem, dass wir nun die WM-Führung in beiden Klassements übernommen haben, ist in meinen Augen nur gerecht. Daher fällt meine Halbzeit-Bilanz auch ganz gut aus, besonders, wenn man die ersten drei Rennen weglässt." Bei den Grand Prix in Australien, Malaysia und Brasilien waren der Titelverteidiger und sein Team ohne Sieg geblieben.

Drei Ferrari-Siege in drei Jahren

Als WM-Erster zum Nürburgring unweit seiner Heimat Kerpen zu kommen, spielt für den viermaligen Saisonsieger nur eine untergeordnete Rolle. "Das ist natürlich schön, aber viel wichtiger ist doch, dass ich mit dem Ferrari F2003-GA ein Auto zur Verfügung habe, das einfach eine wundervolle und leistungsstarke Maschine ist", betonte er. Generell sei es ein tolles Gefühl, zum Nürburgring zu kommen, "aber es ist noch besser, weil ich weiß, dass ich dort um den Sieg mitfahren kann". Der Ferrari sei auf allen Strecken stark. "Und auf dem Nürburgring hat Ferrari zuletzt sehr oft eine sehr gute Figur abgegeben." Der italienische Rennstall hatte in den vergangenen drei Jahren jeweils Siege gefeiert. 2000 und 2001 lag Schumacher vorn, 2002 gewann sein Teamkollege Rubens Barrichello vor dem Deutschen.

Auf der Traditionsstrecke kann Schumacher als erster Fahrer in der Formel-1-Geschichte die 1000-Punkte-Grenze durchbrechen und seinen 50. Grand-Prix-Sieg für Ferrari holen. Noch spielen diese Bestmarken aber keine Rolle für ihn. "Hört sich toll an, aber ich spreche gerne erst über die Dinge, wenn sie Wirklichkeit sind."

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