Die Hockey-EM wird kaum wahrgenommen
Weltklasse, die keiner sehen kann

Seit einer Woche läuft in Barcelona die Feldhockey-Europameisterschaft der Damen und Herren. Die deutschen Teams gehören zur Weltklasse, die Herren marschierten ohne Punktverlust durch die Vorrunde und treffen im Halbfinale auf England. Auch die Damen erreichten die Vorschlussrunde, in der sie auf Holland treffen. Doch das Interesse der Fernsehmacher am Hockey ist trotz der Erfolge gering.

BERLIN. Kein einziges EM-Spiel wird übertragen. Warum ist der Sport mit der kleinen, weißen Plastikkugel so unpopulär? Das Geschehen wird, im Vergleich zu anderen Ballsportarten, häufig unterbrochen. Die Regeln sind selbst manchen Spielern zu komplex. Schon mehrfach wurde versucht, Hockey durch Regeländerungen attraktiver zu machen. So wechselte man Anfang der neunziger Jahre von Natur- zu Kunstrasen, um ein flüssigeres Spiel zu gewährleisten. Doch auf dem flachen Belag ist der Ball so schnell, dass er im Fernsehen kaum zu erkennen ist. Nur mit aufwändiger Technik ließe sich das Spielgeschehen einfangen. Um aber ins Fernsehen zu kommen, muss sich der Deutsche Hockey-Bund an den Produktionskosten beteiligen. Aufwändigere Technik könnte man sich also gar nicht leisten.

Momentan wird auf internationaler Ebene über größere Tore diskutiert. Das Hauptproblem sind aber die so genannten Strafecken, von denen 60 Prozent zu Toren führen. Diese Standardsituation wird dem normalen Sportfan spätestens nach der dritten Wiederholung langweilig. Auch hier sind Änderungen geplant, aber noch nicht beschlossen.

Dafür gab die Europäische Hockey-Föderation gestern bekannt, dass die EM künftig alle zwei statt alle vier Jahre ausgetragen wird.

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