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Die Indizes: Kursbarometer mit Bedeutung für Markt und Unternehmen

Sie geben die Richtung vor: die Indizes. Auf einem Markt, auf dem täglich die Aktien zigtausender Unternehmen gehandelt werden, zeigen die Kursbarometer Händlern und Analysten, Profis und Laien auf einen Blick, wohin der Trend geht.

NEW YORK. Dow Jones und Nasdaq, Dax und Nikkei liefern einen Überblick über das Marktgeschehen. Sie fassen die Bewegungen der wichtigsten Aktien zusammen, und entsprechend ist die Aufnahme eines Wertes in die Indizes der Ritterschlag für börsennotierte Unternehmen. Im Handel macht sich das direkt bemerkbar, da sich Anleger mit dem jeweiligen Papier eindecken.

Aktuelles Beispiel: Ciena. Das amerikanische Glasfaserunternehmen wird in den US-Index S&P 500 aufgenommen. Das teilte das Finanzinstitut "Standard & Poor?s", das den Index seit 1957 führt, am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Weil die index-orientierten Fonds das Papier nun nachkaufen müssen, stieg der Kurs im Handel um bis zu sechs Prozent oder mehr als einen Dollar. Im S&P 500 ersetzt Ciena das Versicherungsunternehmen American General, das einer Übernahme durch American International zugestimmt hat. Während American General somit aus dem Index ausscheiden muss, gibt es für die Aufnahme neuer Unternehmen keine festen Regeln, sondern lediglich Richtlinien.

Wer in den S&P 500 aufgenommen wird, liegt in der Hand der 1200 Analysten, die für "Standard & Poor?s" weltweit die Märkte beobachten. Diese beurteilen Index-Anwärter in Bezug auf deren Größe, Marktkapitalisierung, Besitzverhältnisse der Aktien und Branche. Hauptkriterium ist, wie weit Anleger in ein Unternehmen investieren können. Es müssen ausreichend freie Aktien auf dem Markt sein, kein Anteilseigner darf mehr als 50 Prozent der Papiere besitzen. Der Richtwert für die Marktkapitalisierung liegt für Unternehmen des S&P 500 bei vier Milliarden Dollar. Der Durchschnitt aller verzeichneten Werte liegt zur Zeit allerdings deutlich höher, bei 26,7 Milliarden Dollar.

Großes Augenmerk legen die Analysten auf eine ausgeglichene Gewichtung der Branchen entsprechend der Wertverteilung auf dem Markt. Neubewertungen der Unternehmen in Bezug auf ihre Index-Tauglichkeit finden laufend statt. So ist sichergestellt, dass der Index tatsächlich den breiten Markt widerspiegelt. Der Anteil der Technologiewerte beispielsweise stieg zwischen 1980 und 2000 von acht Prozent auf 35 Prozent. "Wir prüfen ständig, ob ein Unternehmen dabei wäre, wenn wir den Index heute gründen würden", erklärt Standard & Poor?s Senior Analyst Roger J. Bos. Erfüllt ein Unternehmen über längere Zeit ein oder mehrere Kriterien nicht, kann es aus dem Index gestrichen werden.

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