Die Inno-Gruppe erzielte nach einen Netto-Umsatz in Höhe von 450 Millionen DM
Kaufhof-Chef plant erstes Inno-Galeria-Haus in Brüssel

Die Übernahme der belgischen Warenhauskette bedeutet einen Strategiewechsel des Konzerns. Lange Jahre hatte die Metro-Tochter vor einer Expansion ins Ausland zurückgeschreckt

Reuters KÖLN. Der Chef der Metro-Tochter Kaufhof, Lovro Mandac, sieht für die 15 Warenhäuser der zugekauften belgischen Inno-Gruppe gute Wachstumschancen und plant die Eröffnung des ersten umgebauten Galeria-Kaufhauses für den Herbst. Belgien sei ein interessanter Markt und das erste "Galeria-Inno-Haus" werde im Oktober in Brüssel eröffnet, kündigte Mandac am Montag in Köln an. Mit Interesse werde zudem der Markt in den Niederlanden beobachtet, fügte Mandac hinzu. Zum Kaufpreis für die vor rund 100 Jahren gegründete und einzige Warenhauskette in Belgien machte der Kaufhof-Chef keine Angaben. Ein Metro-Sprecher hatte gegenüber Reuters gesagt, der Preis läge im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Der Kaufhof-Chef sagte, strategische Vision sei es, das Galeria-Konzept zu einer unverwechselbaren Marke in Europa zu entwickeln. Das auf gehobene Ansprüche ausgerichtete Sortiment der Inno-Gruppe bilde dafür eine gute Grundlage. Gleichzeitig würden durch die Einbindung der belgischen Kaufhäuser in die Kaufhof-Logistik Synergien erzielt sowie die Produktivität der Verkaufsfläche gesteigert. "Es fällt uns nicht schwer, Belgien von unseren Logistikzentren mit zu versorgen", sagte Mandac.

Der Schritt auf den belgischen Markt bedeutet einen Kurswechsel in der Strategie des Kaufhof. Lange Jahre hatte die Metro-Tochter vor einer Expansion ins Ausland zurückgeschreckt. "Mit der Einführung des Euro fällt eine wichtige Hürde", sagte der Kaufhof-Chef und machte deutlich, mit der Akquisition in Belgien näher zu den beiden Marktführern in Europa, der spanische Corte Ingles und dem Essener Karstadt-Konzern, aufschließen zu wollen.

Die Inno-Gruppe erzielte nach Angaben von Mandac im vergangegen Jahr einen Netto-Umsatz von 450 Millionen Mark und hält in Belgien einen Marktanteil von rund 0,5 Prozent. Der vergleichbare Kaufhof-Anteil liege in Deutschland bei 1,2 Prozent. Stark sei die Inno vor allem in den Bereichen Parfümerie, Textilien und Haushaltswaren. Einen weit überdurchschnittlichen Marktanteil halte die Inno in der Damen- und Herrenoberkleidung sowie im Wäschebereich. Dort sei die Gruppe Marktführer mit einem Anteil von über 11 Prozent.

Der Kaufhof betreibt in Deutschland 132 Filialen und erzielte nach Angaben von Marketingvorstand Wolfgang Kraus im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 4 Milliarden Euro. Auch das Ergebnis sei 2000 sehr gut ausgefallen, fügte Kraus hinzu. Die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr wird die Metro am 10. Mai vorlegen.

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