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Die IRA ist zu neuen Entwaffnungsgesprächen bereit

Die Untergrundorganisation IRA hat sich bereit erklärt, ihre Gespräche mit der Abrüstungs-Kommission in Nordirland wieder aufzunehmen. Entscheidend für den Erfolg der Verhandlungen sei jedoch, dass Großbritannien seine im Friedensprozess eingegangenen Verpflichtungen einhalte, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung der IRA.

rtr BELFAST/DUBLIN. Am Donnerstag wollten der britische Premierminister Tony Blair und Irlands Ministerpräsident Bertie Ahern in Belfast mit den Konfliktparteien über den Fortgang des Friedensprozesses in der britischen Provinz beraten. Die Frage der Entwaffnung der Untergrundorganisationen ist ein Hauptproblem bei der Umsetzung des Friedensabkommens von 1998.

In der Erklärung der Untergrundorganisation hieß es, die IRA werde sich weiterhin an "der Suche nach einem dauerhaften Frieden" beteiligen. Die IRA lehnt weitere Zugeständnisse bei der Entwaffnung ab, solange sich Großbritannien in der Frage der Polizeireform und des Truppenabzugs nicht bewege. Pro-britische Politiker bezeichneten das neue Gesprächsangebot als nicht ausreichend. Nordirlands Erster Minister von der pro-britschen Ulster Unionist Party, David Trimble, sagte, aus der Erklärung sei nicht ersichtlich, dass die IRA Fortschritte anstrebe. Die Wiederaufnahme der Gespräche mit der vom kanadischen General John de Chastelain geleiteten Kommission war in den vergangenen Monaten immer wieder von den pro-britischen Parteien gefordert worden.

In der Nacht zu Donnerstag sprengten irische Sicherheitskräfte in Dublin ein verdächtiges Paket vor dem Hauptgebäude des irischen Senders RTE. Später stellte sich heraus, dass sich kein Sprengstoff in dem Paket befunden hatte. Ein Anrufer hatte bei der Polizei im Namen einer pro-britischen Extremistengruppe die Explosion zweier Bomben angekündigt. Am Sonntag war ein Autobombenanschlag auf das Fernsehzentrum der BBC in London verübt worden. Dabei war ein Mensch leicht verletzt worden. Die Behörden machen für die Tat die Splittergruppe "Real IRA" verantwortlich, die den gesamten Friedensprozess ablehnt.

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