Die jüngsten Äußerungen machen nur wenig Hoffnung
Argentinien will ein Umschuldungsangebot vorlegen

Mit Spannung warten Privatanleger in Italien und Deutschland auf die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Dubai. Sie hoffen auf ein Umschuldungsangebot der argentinischen Regierung für deren seit Anfang vergangenen Jahres notleidende Anleihen.

ang/mm/rp BUENOS AIRES/DÜSSELDORF. Das Land hat Anleiheschulden in Höhe von 100 Mrd. Dollar. Der Schuldendienst ist seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2002 ausgesetzt.

Bei den Verhandlungen treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Während die Privatanleger einen möglichst großen Teil ihrer Investitionen wieder zurückholen wollen, möchte Argentinien möglichst wenig zahlen. Dabei lässt das Land die Muskeln spielen, seit es in der vergangenen Woche einen neuen IWF-Kredit zugesagt bekommen hat. Bei einer Umschuldung können die Gläubiger doch nur gewinnen, heißt es jetzt von Seiten der Regierung. Argentinien werde die Gläubiger in jedem Fall besser stellen als "in der jetzigen Situation, wo sie gar nichts bekommen", meint Wirtschaftsminister Roberto Lavagna - und trägt damit nicht eben zur Verbesserung der Stimmung bei den Anlegern bei.

Abra, die deutsche Interessenvertretung privater Gläubiger argentinischer Anleihen, hat seit der IWF-Zusage eine verstärkte Nachfrage von enttäuschten Investoren festgestellt. Bisher hat Abra Argentinien-Anleihen im Volumen von rund 1,2 Mrd. Dollar eingesammelt, die in Zertifikate getauscht wurden. Die Zeichnungsfrist endete am 31. Juli. Doch gibt es "viele Kunden, die ihre Entscheidung bis auf den letzten Drücker verschoben haben", sagt Ronald Siebel von der Hypo-Vereinsbank, der Abra vertritt. Überlegt werde daher, diesen Anlegern "eine zweite Chance einzuräumen". Die Entscheidung darüber werde nach dem Treffen in Dubai fallen. Dabei hat Siebel "wenig Hoffnung auf positive Signale aus Argentinien". Zur Stärkung der Position gegenüber Argentinien und zur Erreichung der gemeinsamen Ziele - wie die Gleichbehandlung mit anderen Gläubigern - haben Abra und TFA, Italiens Interessenvereinigung, sich zur Igor, der "International Group of Rome", zusammengeschlossen.

Welche Einbußen die Privatanleger erwarten, darüber schweigt sich Argentinien bisher aus. Doch es werde "lange Gesichter" in Dubai geben, meint Lavagna. Klar ist, dass die Anleger zwischen vier Angeboten werden wählen können, die alle den gleichen Barwertverlust bedeuten würden.Die Gläubiger wollen das nicht hinnehmen und glauben, dass die Zeit für sie spielt: "Selbst für eine Grundsatzeinigung ist es bisher zu früh", sagte Nicolas Schlotthauer von der Deka-Bank.

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