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Die Konjunktur braucht eine bessere Börse

Auf der Sonderseite einer Regionalzeitung ist mir die Schlagzeile "Aktien brauchen Konjunkturerholung" aufgefallen. Stimmt diese lapidar anmutende These eigentlich?

Nein! Denn noch wichtiger als mehr Wachstum sind für die Börse zunächst einmal Signale einer Stimmungsbesserung - die allgemeine Vertrauenskrise muss überwunden werden, die Bereitschaft zu investieren zurückkehren.

Was wird eigentlich aus unserer Konjunktur? In der vergangenen Woche, als sich die Blicke nach Berlin und auf die Lageberichte der Dax-Unternehmen richteten, trat der sonst stark beachtete ZEW-Frühindikator in den Hintergrund. Der von den Mannheimer Forschern ermittelte November-Wert ist geradezu katastrophal, so dass sie kommentierten: "Die Erwartungen signalisieren einen Sturzflug der Konjunktur in der ersten Jahreshälfte 2003."

Ohweia! Aber so weit muss es ja nicht kommen. Und die Börse kann, wie gesagt, bei einer Stimmungswende durchaus wieder Tritt fassen und sich weiter erholen. Das sollten wir auch hoffen - nicht nur im Interesse der einzelnen Anleger, sondern unserer Volkswirtschaft insgesamt.

Die neue Erkenntnis lautet: Die Konjunktur braucht eine Börsenerholung! Je größer die Bedeutung des Kapitalmarkts für ein Land wird, umso stärker wird auch der Einfluss des Finanzsystems auf die reale Wirtschaft. Was die Amerikaner seit langem wissen, gilt jetzt auch für uns: Aktienkurse können auf die wirtschaftliche Entwicklung durchschlagen und aktuelle Tendenzen verstärken.

Wie sich die Börsen-Baisse auf die Konjunktur im einzelnen auswirkt, ist im jüngsten Monatsbericht der Bundesbank nachzulesen. Das viel zitierte Prinzip Hoffnung wird zum gesamtwirtschaftlichen Faktor: Unsere Wirtschaft braucht dringend eine festere Börse. Wir brauchen einen Dax, dem "bullishe" Hörner wachsen und der zugleich Milch gibt.

Machen Sie?s gut - bis morgen.

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