Die Konkurrenz für die Kabelnetze ist groß
Highspeed-Internet – ein steiniger Weg

Ärger um das Kabelnetz der Deutschen Telekom und kein Ende - auf der heute beginnenden Fachmesse 'Anga Cable 2001' wird auch dies wieder ein Thema sein. Veranstalter ist die Anga, der Verband der privaten Kabelnetzbetreiber.

Wurde bereits vor Monaten der zügige Ausbau der Kabelnetze in multimediafähige Rückkanalnetze propagiert, scheint den Investoren nun das Geld auszugehen. Davon abgesehen ist lediglich der Verkauf der Kabelnetze in NRW, Hessen und jetzt auch Baden-Württemberg in trockenen Tüchern. Die Kabelnetze der anderen Bundesländer - das bayerische Kabelnetz soll jetzt an die amerikanische Investorengruppe Liberty Media / Klesch verkauft werden - harren noch der Dinge, die wohl hoffentlich bald auf sie zukommen.

Die Deutsche Telekom hat den Kabelnetz-Verkauf jahrelang verzögert und konnte zudem durch die Festlegung der Rahmenbedingungen die Verkaufsgespräche steuern. Der Sinn war klar: Erst sollte das eigene Hochgeschwindigkeitsnetz auf DSL-Basis, das so genannte TDSL der Deutschen Telekom, etabliert werden. Auch wird jetzt immer deutlicher, dass auch andere Breitbandtechnologien weit entwickelt sind. Powerline, das Internet über die Steckdose verspricht, wird ab Sommer 2001 angeboten. Highspeed-Internet auf DSL-Basis ist auf dem Vormarsch. Auch die Funk-Übertragung über Antenne bietet einen schnellen Internet-Anschluss. Aber, und das ist der wahre Vorteil der Kabelnetzbetreiber, in Deutschland könnten knapp 18 Millionen Kabelhaushalte mit Breitband versorgt werden.

In diesem Umfeld werden sich die Kabelnetze - wenn denn irgendwann einmal der Highspeed-Anschluss kommt - erst einmal durchsetzen müssen. Auch wenn die schnellen Kabelmodems, die einen Datendurchsatz von bis zu 30 Megabit/s (das entspricht einer 400-fachen ISDN-Geschwindigkeit) versprechen, ihren Betrieb aufnehmen können, eine neue Diskussion ist jetzt schon aufgetan: Wie sieht der Content der Kabelgesellschaften aus und wie steht es mit den Urheberrechten? Ein Beharren der deutschen Medienkonzerne auf die Zahlung von Urheberrechtsgebühren sei völlig unangemessen, da gerade sie von der interaktiven Aufrüstung der Kabelnetze profitieren würden, sagt Anga-Präsident Thomas Braun. "Es wäre fatal, wenn durch urheberrechtliche Forderungen für die Einspeisung der etablierten Fernsehprogramme die Entwicklungschancen interaktiver Dienste beeinträchtigt würden," so Braun wörtlich.

Es scheint, als ob der Weg zum wahren Breitband-Internet über Kabel doch steiniger ist, als zuvor angenommen.

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