Die Konkurrenz schläft nicht
i-mode in Deutschland

E-Plus will Anfang nächsten Jahres mit i-mode an den Start gehen. Das dürfte spannend werden, denn noch ist fraglich, ob ausreichend i-Mode-Geräte und interessante Inhalte zur Verfügung stehen werden. Außerdem schläft die Konkurrenz auch nicht.

DÜSSELDORF. E-Plus will Deutschland Anfang nächsten Jahres mit i-mode beglücken. Der in Japan mit über 30 Millionen Nutzern sehr erfolgreiche mobile "Spaßdienst" von NTT Docomo wird hier zu Lande von E-Plus importiert. I-Mode verspricht eine buntes Paket aus Informationen, Spielen, Sport und Unterhaltung. In Japan ist diese Mischung deshalb so erfolgreich, weil die Inhalte im "allways on-Modus" paketweise gesendet werden, dabei die übertragene Datenmenge abgechnet wird und nicht wie hierzulande nach der Verbindungsdauer. Das ist schneller und macht die Kosten überschaubarer. Und außerdem gibt es dort die entsprechenden Inhalte und jede Menge i-mode-fähige Geräte

Wie sieht es hier aus? E-Plus hofft zum Start von i-mode auf rund 50 Partner, die Inhalte liefern sollen, langfristig sollen 100 Anbieter hinzukommen. Für NTT Docomo, die an E-Plus eine Minderheitsbeteiligung hält, hat der erste i-Mode-Start außerhalb Japans einen hohen Prestige-Faktor. Der Druck, der auf E-Plus lastet, ist somit sehr groß - auch weil noch nicht klar ist, ob überhaupt ausreichend Geräte zur Verfügung stehen. Laut E-Plus wird es genug i-Mode-Geräte mit farbigem Display geben, produziert von einem japanischen Hersteller. Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern hält demnach an der - schrittweisen - Einführung von i-Mode im Januar 2002 fest. Dennoch: Schrittweise Einführung klingt nach Betaversionen, Flickwerk, nichts Halbes nichts Ganzes und schlussendlich Kundenverdruss! Das kennt der Nutzer doch schon alles von WAP.

Sollte E-Plus die Probleme rund um das Angebot von Diensten und Geräten rechtzeitig lösen können, wird es dennoch nicht leicht für den drittgrößten Mobilfunkanbieter. Schließlich schlafen die Konkurrenten T-Mobile, Vodafone und Viag Interkom nicht. Vielmehr versuchen sie, ihr Claim mit ähnlichen Angeboten abzustecken. Dies fällt ihnen allein dadurch leichter, dass beispielsweise die finanziell besser ausgestatteten Vodafone und Telekom (beide haben über 25 Millionen Kunden, dem kann E-Plus lediglich acht Millionen Nutzer entgegensetzen) wesentlich mehr Geld für die Entwicklung neuer Dienste und den Aufbau des entsprechenden Kundenstamms zur Verfügung haben.

Mit der Einführung von GPRS und UMTS geht i-Mode und damit E-Plus zudem der Vorsprung bei der Übertragungsgeschwindigkeit verloren:Trotz schnellem Datenaufbau von i-Mode in Japan ist GPRS nahezu ein Fünftel schneller. Das Übertragungstempo von 54 Kilobit pro Sekunde ist ausreichend, um auch ohne i-Mode interessante Angebote zu übertragen.

Anfang nächsten Jahres wird es also spannend: Gelingt der i-Mode-Start und womit wird die Konkurrenz die Nutzer überraschen?



Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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