Die Konkurrenz will (noch) nicht mitziehen
DEA will Mindestpreise durchsetzen

Nach mehr als zwei Wochen ohne Preiserhöhung sind die Benzinpreise in Deutschland um rund acht Pfennig gesunken. Die RWE-DEA verordnete daraufhin am Freitag ihren Stationen Mindestpreise, um die Verluste an den Zapfsäulen zu begrenzen.

dpa HAMBURG. Gleichzeitig teilte der deutsche Marktführer Aral mit, dass er die Preise nicht erhöhen werde. «Wir geben lieber Preissenkungen als Preiserhöhungen weiter», sagte Aral-Chef Günter Michels in Bochum. Der Esso-Sprecher Olaf Martins sagte lediglich: "Wir beobachten den Markt."

Die Shell dementierte einen Bericht der Rendsburger "Schleswig- Holsteinischen Landeszeitung", dem zufolge sie Preiserhöhungen plane. "Die Preise ändern sich definitiv nicht", sagte Sprecher Rainer Winzenried. Die Zeitung habe nicht mit der Shell gesprochen.

Im bundesweiten Durchschnitt muss der Autofahrer für den Liter Normalbenzin zur Zeit 1,97 bis 1,98 DM bezahlen, für Diesel 1,69 DM. In einigen Regionen sei der Preis aber deutlich stärker zurückgegangen, sagte DEA-Sprecher Harald Graeser. "Wir müssen unsere Wirtschaftlichkeit in diesen Gebieten verbessern und die Preistrichter auffüllen. Daher koste der Liter Normalbenzin an den DEA-Stationen ab sofort mindestens 1,96 DM und der Liter Dieselkraftstoff 1,67 DM bis 1,68 DM.

Für das bundesweite DEA-Netz bedeute das eine durchschnittliche Preisanhebung von zwei bis drei Pfennigen. An einzelnen Stationen könne die Erhöhung aber auch fünf oder sechs Pfennig und in Einzelfällen noch mehr betragen.

Ob die DEA ihre Mindestpreise durchsetzen kann, wenn die Konkurrenz nicht mitzieht, ist fraglich. Der deutsche Benzinmarkt ist nach wie vor von scharfem Wettbewerb bei insgesamt stagnierendem bis rückläufigem Absatz und von Marktanteilsverlusten der Großkonzerne geprägt. Seit März liefern sich die Unternehmen einen erbitterten Preiskampf und haben dadurch bereits Milliarden eingebüßt.

Die internationale Lage ist durch leichte Entspannung auf hohem Niveau gekennzeichnet. Weder gibt es eine Trendwende zu Gunsten des Euro, noch sinken die Rohölpreise deutlich unter 30 Dollar. Die weitere Entwicklung ist nach Ansicht der meisten Marktkenner von Unsicherheiten geprägt. Wesentliche Auswirkungen werde der Winter haben. Ein strenger Winter an der US-amerikanischen Ostküste könne den Ölpreis schnell wieder hochtreiben.

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