Die kostengünstige Alternative zu Windows
Windows XP gegen Linux

Als alternatives Betriebssystem zu Windows ist Linux stark im Kommen, nicht nur an Universitäten und bei wissenschaftlichen Organisationen, sondern auch in der Wirtschaft. Besonders im Bereich der Internet-Anwendungen könnte es dem kommenden Windows XP Konkurrenz machen.

DÜSSELDORF. Windows XP ist eine Weiterentwicklung der mit Windows 95 begonnenen Linie. Weltweit zählt Windows 9X rund 350 Millionen Installationen, allein in Deutschland sind es laut Microsoft über 20 Millionen. Hinzu kommen acht Millionen Windows NT/2000 Installationen. Windows XP wird es in einer Variante für den professionellen (Update 489 DM) und den privaten Anwender (Update 254 DM) geben.

XP baut auf dem Kern von Windows 2000 auf und vereinheitlicht die Windows-Welt, denn der Unterbau des DOS-Betriebssystem entfällt endgültig. Entsprechend wird sich für professionelle Anwender von Windows 2000 zukünftig wenig ändern, denn Windows XP Professional bietet wenig mehr Funktionen als Windows 2000 bereits heute. Der wesentliche Unterschied liegt in der Unterstützung von XML, dem einheitlichen Austauschformat für Daten im Internet. Weitere Punkte dürften die integrierten Terminal-Services sein, mit deren Hilfe andere Anwender im Hintergrund ihre Applikationen bearbeiten können, der integrierte Personal-Firewall oder die aufgeräumtere Bedienoberfläche. Und eine 64-bit-Variante soll die neuen Prozessoren von AMD und Intel unterstützen.

Windows XP ist Web-zentriert und damit eine wesentliche Komponente in der .NET-Vision des Chefarchitekten Bill Gates. Zu den Web-Funktionen in Windows XP gehört unter anderem der Web Publishing Wizard, der ein Laden und Herunterladen sowie die Freigabe und Veröffentlichung von Dateien im Internet erlaubt. Diese Informationen lassen sich dann über jedes internet-fähige Endgerät einschließlich Handheld oder Wap-Handy abrufen.

Anwendungen für den Spieltrieb

Für den Heimanwender wird Microsoft jedoch eine Reihe neuer Funktionen spendieren, die vorwiegend dem Spieltrieb Vorschub leisten. Hierzu gehört der Media Player in der Version 8.0, mit dem sich DVD-Videos oder Audio-CD abspielen lassen. Weiterhin unterstützt der Media Player das populäre Audioformat MP3, und CD lassen sich direkt in diesem Format aus dem Player heraus brennen. Auch digitale Fotos lassen sich direkt aus dem Speicher einer beliebigen Kamera auslesen, archivieren, zu einer Show verbinden oder über das Internet an ein Labor für einen professionellen Papierabzug versenden.

Der wesentlichste Kritikpunkt an Windows XP ist jedoch die Aktivierung eines Schlüssels nach zehn Tagen entweder per Internet oder Telefon, und bei der Änderung von Hardwarekomponenten im Computer ist eine erneute Aktivierung erforderlich. Doch erst mehrere wesentliche Modifikationen erzwingen eine erneute Anmeldung, im Zweifel will Microsoft dem Kunden Glauben schenken. Raubkopierern oder vertragswidrig verkauften OEM-Versionen will man damit aber einen Riegel vorschieben.

Linux hat sich rasch verbreitet

Vor zehn Jahren veröffentlichte der finnische Student Linus Torvalds im Internet die erste Version des freien Betriebssystems Linux, an dessen Weiterentwicklung tausende von Programmierern weltweit arbeiten. Im Jahr 1992 gab es rund eintausend Linux-Anwender, Ende 1999 waren es bereits über neun Millionen, heute schätzen die Marktforscher von IDC deren Zahl auf 15 Millionen. Diese Zahlen belegen die rasche Verbreitung des offenen und herstellerneutralen Betriebssystems.

Diese Entwicklung wird zudem durch die breite Unterstützung der wesentlichen IT-Unternehmen gefördert, allen voran IBM. In Zusammenarbeit mit der Nürnberger Firma Suse wurde Linux sogar auf Großrechner portiert. Damit steht es auf mehr Plattformen als Windows zur Verfügung. Linux ist zum Inbegriff von so genannter "Open Source Software" geworden, deren wesentliche Kenngrößen kostenlose Weiterverteilung, frei verfügbarer Quellcode, freie Entwicklung von abgeleiteten Produkten, keine produktspezifische Lizenz und keine Benachteiligung anderer Software sind. Mit Open Source Software können Anwender Programme an individuelle Anforderungen anpassen, sie haben Kontrolle über den Quellcode und können in Spezialfällen Erweiterungen gezielt vornehmen.

Suse stellt nur ein System zusammen

Linux ist im Internet frei verfügbar, allerdings nicht als komplettes System mit allen zugehörigen Treibern oder Systemprogrammen. Eine so genannte Distribution enthält auf CD und/oder DVD die wesentlichen Programmkomponenten und ein Handbuch. Die Distributoren wie Suse entwickeln also keine eigene Software, sondern stellen ein lauffähiges System zusammen und leisten auch mehr oder weniger Unterstützung bei der Installation und Fehlersuche.

Die Version 7.2 Personal von Suse beinhaltet nicht nur den Linux-Kern in der Version 2.4 nebst Hilfsprogrammen, sondern auch auf 3 CD eine umfangreiche Sammlung von Anwendungen für Textverarbeitung, Multimedia, Bildbearbeitung und Internet. Für 98 DM bekommt man dafür ein Komplettsystem für den PC einschließlich Word-kompatibler Textverarbeitung oder CD-Brennsoftware. Die Version 7.2 Professional kostet 129 DM und umfasst sieben CD sowie eine DVD, auf denen eine Unmenge von Anwendungen und Software-Werkzeugen gespeichert sind. Die Bedienoberfläche KDE gibt beiden Varianten einen Windows-ähnlichen Bildschirm, so dass die Gewöhnung recht einfach ist.

Linux ist laut Suse besonders für Intra-und Internet-Umgebungen einsetzbar, beispielsweise als Web-, Mail- und News-Server. Hierfür gibt es im Paket den ebenfalls freien Apache-Webserver. Mit dem Internet kann sich Linux per Modem, ISDN oder T-DSL verbinden.

Linux hat aus diesem Gründen viele Anhänger in der Wirtschaft und den Kommunen gewonnen. Auch die Bundesregierung unterstützt das freie Betriebssystem. "Ich bin davon überzeugt, dass die Open-Source-Entwicklung den europäischen Ansatz im Informationszeitalter bilden kann", so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Siegmar Mosdorf. Die Bundesregierung sehe ihren Beitrag unter anderem darin, in der öffentlichen Verwaltung einen Umdenkprozess beim Einsatz von Betriebssystemen in Gang zu setzen.

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