Die Krise in Brasilien trifft auch deutsche Autoaktien
Volkswagen spürt den Sog des Real

Erst Argentinien, dann Brasilien: Die Krise in Lateinamerika erreicht die europäischen Unternehmen. Und dabei ist Brasilien mit seinen 180 Mill. Einwohnern der weitaus größere der beiden Märkte. In Deutschland ist allen voran der Volkswagenkonzern betroffen.

SAO PAULO. Die Argentinienkrise hat VW allein im ersten Quartal 56 Millionen Euro gekostet. In Brasilien dürften weitaus höhere Summen auf dem Spiel stehen. Für den gesamten Konzern ist VW do Brasil mit rund 5 % Umsatzanteil die wichtigste Auslandstochter, mehr als jedes zehnte Auto des Konzerns wird dort produziert.

Dabei hat die Krise mehrere Auswirkungen: Zum einen wird der Absatz gebremst, zusätzlich sind die Erträge durch die Abwertung des Real um rund 30 % nur noch ein Drittel weniger wert. Auf der anderen Seite wird aber auch die Produktion billiger. Der Ausweg aus der Krise lautet daher: mehr exportieren, vor allem nach Mexiko, um damit in den Markt der Nafta zu gelangen: "Wir gehen davon aus, dass unsere Exporte in den nächsten Jahren deshalb um rund 10 % jährlich wachsen werden", erwartet Herbert Demel von Volkswagen do Brasil. VW als größtes Privatunternehmen Brasiliens mit einem Umsatz von umgerechnet rund 5 Mrd. Euro exportierte vergangenes Jahr bereits 20 % seiner Gesamtproduktion.

Bei Daimler-Chrysler ist vor allem die LKW-Produktion Brasiliens bedeutend. Die Abwertung des Real, die wegen der hohen Zinsen gebremste Konjunktur drücken die gesamte Autobranche: Statt wie 1997 noch knapp 2 Mill. Fahrzeuge verkaufen die Konzerne dieses Jahr vermutlich nur 1,5 Mill. Fahrzeuge, bei doppelt so hohen Kapazitäten.

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika
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