"Die Kunst ist, Teams erfolgreich zu machen"
Nachgefragt: Hubertus Erlen

Herr Erlen, der Aufsichtsrat hat Sie bis 2006 zum Vorstandschef bestellt. Sie werden bald 58 Jahre. Sind Sie ein Übergangskandidat?

Ich mache mir Gedanken darüber, wie wir in den nächsten fünf Jahren unsere Ziele und unsere Strategie verfolgen. Die Frage, als was man betitelt wird, ist weniger wichtig als die, wie man das anpackt und zum Erfolg führt.

Der scheidende Vorstandschef Giuseppe Vita geht in den Aufsichtsrat und wird dessen Vorsitzender - wie in deutschen Unternehmen oft praktiziert. Dennoch: Ist das eine glückliche Lösung?

Ich freue mich auf die Zeit, weil ich schon bisher mit Herrn Vita sehr eng zusammen gearbeitet habe. Strategien wie die Neuausrichtung von Unternehmen - wie wir es Anfang der 90er Jahre gemacht haben - fallen ja nicht vom Himmel. Sie werden auch nicht einsam von einem Vorstandsvorsitzenden beschlossen. Sie entstehen in Management-Teams, wo sie geknetet, beschlossen und gemeinsam umgesetzt werden. Aus einer so intensiven Arbeit kennen wir uns sehr gut. Für die Zukunft erwarte ich, dass es weiter einen lebendigen Dialog mit Aufsichtsrat und Vorstandsteam geben wird.

Außenstehende fragen sich, ob der Vorsitzende des Aufsichtsrats als Ex-Unternehmenschef nicht in die Geschäfte des Vorstands hineinregiert. Werden Sie die notwendigen Freiheiten haben?

Davon bin ich überzeugt. Das wird eine sehr gedeihliche Zusammenarbeit, in der jeder seine ganz spezifische Rolle spielt. Deshalb kann ich nur sagen:Schön dass es mit so vertrauten Personen weitergeht - wenn Hauptversammlung und Aufsichtsrat so entscheiden.

Herr Vita hat kürzlich gesagt: "Ich verlange von meinem Nachfolger zum sechsten Mal ein Rekordergebnis." Damit hat er Ihnen die Latte bereits recht hoch gelegt.

Ich würde das noch anspruchsvoller formulieren: Wir wollen unser Ergebnis zweistellig steigern - auch in den kommenden Jahren.

Wie sehen Sie ihre künftige Rolle?

Das Pharmageschäft ist so kompliziert, dass es immer klug ist, in Teams Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Dabei kommt es darauf an, dass alle Beteiligten harmonieren und somit die gleichen Ziele verfolgen. Die große Kunst des Managements besteht darin, diese Teams erfolgreich zu machen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Schering weiterhin so erfolgreich ist.

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