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«Die Kunst zu fliegen»: Kulturgeschichte des Flugs als AusstellungDPA-Datum: 2004-07-09 12:59:07

Düsseldorf (dpa) - Die Kulturgeschichte des Fliegens, die enge Verwandtschaft zwischen Foto, Film und Flugzeug, entdeckt eine Ausstellung in Düsseldorf. In der Dokumentation «Die Kunst zu fliegen» zeigen von Samstag an (bis 19. September) zahlreiche historische Aufnahmen, Zeitungen, vergilbte Postkarten oder Bücher und der detailgetreu nachgebaute «Normalgleiter» Otto Lilienthals nicht nur die technische Seite der Verwirklichung eines uralten Menschheitstraums.

Düsseldorf (dpa) - Die Kulturgeschichte des Fliegens, die enge Verwandtschaft zwischen Foto, Film und Flugzeug, entdeckt eine Ausstellung in Düsseldorf. In der Dokumentation «Die Kunst zu fliegen» zeigen von Samstag an (bis 19. September) zahlreiche historische Aufnahmen, Zeitungen, vergilbte Postkarten oder Bücher und der detailgetreu nachgebaute «Normalgleiter» Otto Lilienthals nicht nur die technische Seite der Verwirklichung eines uralten Menschheitstraums.

Seit den Tagen der ersten Luftaufnahmen vor rund 150 Jahren hinterlässt der neue Blick auf die Welt Spuren in Malerei, Literatur und Architektur. Umgekehrt ermöglichten Film und Foto als damals «neue Medien» das akribische Studium des Vogelfluges und halfen damit bei der Entwicklung des Flugzeuges.

Als der Ballonfahrer Nadar 1858 der staunenden Welt die auch in Düsseldorf zu sehenden ersten Luftaufnahmen vorführte, verschiebt sich in den Gemälden der Zeit der Horizont: Die Vogelschau wird - bis in die Gegenwartskunst - zur lockenden Perspektive. Momentfotografie «zerlegt» mit technischen Tricks den flüchtigen Augenblick in Einzelbilder. Der von Etienne-Jules Marey in viele zerfließende Sequenzen festgehaltene «Flug einer Möwe» (1886) beeinflusste die Gebrüder Wright bei der Tragflächengestaltung - und ähnelt verblüffend den Gemälden der Futuristen, die wenig später Bewegung und Geschwindigkeit zum ästhetischen Prinzip erheben.

Auch Schriftsteller von Franz Kafka bis Gabriele dAnnunzio waren von den Flugschauen fasziniert, die nach der Jahrhundertwende wahre Menschenmassen anzogen. Staunende Bauern mit Pferdegespann oder vornehme Damen mit Sonnenschirm starren auf alten Fotos zu den oft bizarren Fluggeräten am Himmel empor. Der Architektur-Pionier Le Corbusier blickt per Luftaufnahme hinab auf die menschlichen Ansiedlungen und schlussfolgert kühn: «Man muss andere Städte bauen...»

Flug-Faszination bannen die Fotografien der Neuen Sachlichkeit, die silberglänzende Zeppeline oder den Kolbenmotor einer Fokker als Monumental-Skulpturen ins Bild rücken. Rasende Reporter drücken beim Fallschirmsprung oder Looping auf den Kamera-Auslöser und begeisterten in den 30er Jahren die Illustrierten-Leser mit rasanten Bildern. Der Absturz des brennenden Luftschiffes LZ 129 «Hindenburg» im Mai 1937, in Düsseldorf mit frühen weltweit gesendeten Funkbildern zu sehen, steht für das jähe Ende der «heroischen Epoche» der Fliegerei.

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