Die Lage in der Branche bleibt schwierig
Ahold und Karstadt sind Favoriten im Einzelhandel

Der Einzelhandel bleibt unter Druck. Doch einige Unternehmen haben sich trotz der lahmenden Konjunktur gut positioniert und erwarten auch im Jahr 2002 überdurchschnittliche Wachstumsraten. Analysten empfehlen besonders die Aktien der Handelsriesen Ahold und Karstadt Quelle.

DÜSSELDORF. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche schon seit langem mit sinkenden Umsätzen kämpft. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) rechnet damit, dass sich der Einzelhandelsumsatz 2002 real geringfügig verringern wird. "Das Jahr 2002 wird wohl noch schlechter werden als 2001", meint HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Entscheidend sei, dass der Konsum im Einzelhandel bereits seit mehreren Jahren rückläufig sei. "Der Anteil des Einzelhandels am privaten Verbrauch ist in den letzten zehn Jahren von 40 auf 30 Prozent zurückgegangen", sagt der Verbandssprecher. Die Ausgaben für Wohnung, Energie, Freizeit und Kultur hätten sich seit 1995 überproportional zu den Konsumausgaben erhöht, die Ausgaben für die einzelhandelsnahen Verwendungszwecke Nahrungsmittel, Getränke, Bekleidung und Schuhe entwickelten sich dagegen stark unterproportional.

Besonders interessant sind daher Einzelhandelsunternehmen, die nicht nur in Deutschland aktiv sind und sich weitere und weniger konjunkturabhängige Geschäftsfelder erschlossen haben. Michael Mantlik von der Vereins und Westbank - empfiehlt, den niederländischen Handelsriesen Ahold überzugewichten, da dieser neben dem Einzelhandelsgeschäft als weiteres Standbein noch einen schnell wachsenden Service-Bereich besitzt.

Susanne Schneemayer, Analystin von der Hypo Vereinsbank, ist der Ansicht, dass sich Karstadt Quelle aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen besser als der Branchenindex entwickeln wird. Sie stuft die Aktie als "Outperformer" ein. Die Expertin glaubt nicht, dass sich der Preiskampf in der Lebensmittelbranche auf andere Sektoren des Einzelhandels ausweiten wird. "Im zweiten Halbjahr 2002 wird auch der private Konsum wieder anziehen", prognostiziert die Branchenexpertin.

Euro-Bargeldeinführung beeinflusst Ertragsentwicklung nicht

Julia Muenchschwander, Analystin beim Bankhaus Metzler empfiehlt, die Aktie des größten deutschen Handelskonzerns Metro nur zu halten. Der Handelsriese behaupte sich in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld recht gut. Das Unternehmen zeige gutes Wachstum und strebe ein Ergebnisplus von zehn Prozent an. Michael Mantlik von der Vereins und Westbank - hält Metro ebenfalls für gut positioniert. Spürbare Ertragssteigerungen würden jedoch erst mittelfristig eintreten, nachdem die starke Diversifizierung des Konzerns abgebaut worden sei und dieser sich von wenig ertragstarken Bereichen wie den Baumärkten getrennt habe.

Die Einführung des Euros hat mit der Schwäche der Branche allerdings nichts zu tun. Zwar seien für neue Kassen, Personalschulung und Euro-Vorratshaltung rund zehn Mrd. DM aufgewendet worden. Doch dafür seien schon im Vorfeld der Bargeld-Umstellung ausreichend Rückstellungen gebildet worden, sagt HDE-Geschäftsführer Pellengahr.

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