"Die Leute kaufen wie verrückt": Image des Krüger-Rand wieder aufpoliert

"Die Leute kaufen wie verrückt"
Image des Krüger-Rand wieder aufpoliert

Die weltweite Krisenstimmung hat bei den Wertanlagen einen Klassiker beflügelt, der von Analysten lange Zeit als veraltet belächelt worden war: Südafrikas Krüger-Rand.

HB/dpa JOHANNESBURG. Die weltweit meist gehandelte Goldmünze, die seit ihrer Markt-Einführung 1967 in rund 55 Millionen Exemplaren über den Ladentisch ging, hat zum steilen Höhenflug angesetzt. "Wir haben seit Jahresbeginn eine Absatzsteigerung von rund 30 Prozent verzeichnet", sagt Alan Demby, der Präsident der südafrikanischen Goldmünzen-Börse. Händler am Kap bestätigen: "Die Leute kaufen wie verrückt". Vor allem ausländische Touristen, die Südafrika nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 als relativ sicheres Sonnenziel entdeckt haben, decken sich dort nun ein. Die Besonderheiten der Münze machen es problemlos möglich.

Denn die nach dem einstigen südafrikanischen Präsidenten Paul Krüger benannte Münze ist nicht nur dekorativ, sondern auch als legales Zahlungsmittel nicht mit Steuerabgaben belastet. Ursprünglich wurde die Münze nur in einer Größe mit einem Gewicht von 33,9 Gramm herausgegeben. 31,1 Gramm (1 Unze) davon sind Feingold, der Rest ist Kupferlegierung, um die Oberfläche unempfindlich gegen Kratzer zu machen. Deshalb hat der Krüger-Rand - anders etwa als konkurrierende Goldmünzen wie "Maple Leaf" (Kanada), "Brittania" (Großbritannien), "Panda" (China) oder "Philharmonic" (Österreich) - auch nur 22 statt 24 Karat. 2870 südafrikanische Rands kostete ein Krüger-Rand am Dienstag in Sandton (bei Johannesburg) - umgerechnet etwa 333 Euro.

Südafrikas nationale Münze, die auf dem Höhepunkt des internationalen Goldrausches in den 80-er Jahren jährlich 6 Millionen Münzen prägte, hatte parallel zum Wertverfall des gelben Metalls ihre Auflage längst wieder herunter geschraubt. Nun soll sie wieder angekurbelt werden, um dem wachsenden weltweiten Bedarf gerecht zu werden. "In diesem Jahr werden wir die Zahl der Münzen entsprechend der Nachfrage um 30 Prozent aufstocken", kündigt Demby an. Rund eine Million Münzen werden dann neu auf den Markt kommen.

Nach seinen Erkenntnissen sind es weniger die Schönen und die Reichen, die sich mit Goldmünzen eindecken, sondern eher der kleine Mann, der eine krisensichere Anlage sucht. Seine Rechnung klingt verlockend: Wer 1970 insgesamt 10 000 Rand in die Goldmünzen investiert hätte, würde nun 1,2 Millionen Rand dafür einstreichen - umgerechnet rund 142 000 Euro.

Allerdings sind dabei Faktoren wie Inflation und Kursentwicklung unberücksichtigt. Für Südafrika ist die Entwicklung des Goldpreises jedoch trotz wiederholten Auf und Abs positiv. Die Goldexporte stiegen nach Angaben der Reservebank im vergangenen Jahr um satte 44,9 Prozent auf 42,6 Milliarden Rand.

Und der Krieg im Irak spielt den Goldproduzenten am Kap in die Hände. Südafrikas Goldmünzen-Börse wirbt damit, dass Gold auch Katastrophen übersteht. So etwa am 11. September 2001, als die beiden Türme des World Trade Center nach den Flugzeugattacken einstürzten. Das dort in Tresoren gehortete Gold wurde vor kurzem unbeschadet entdeckt und soll nun versteigert werden.

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