Die lila Logistik nimmt zweiten Anlauf
Interview: lila-Logistik-Chef glaubt an seine Aktie

Reuters BESIGHEIM. Der schwäbische Logistikdienstleister Müller - Die lila Logistik AG nimmt einen zweiten Anlauf für den im April verschobenen Gang an den Neuen Markt der Frankfurter Börse. "Der Markt hat sich etwas aufgehellt", begründete Vorstandschef Michael Müller am Montag das Vorhaben. Damit habe das Unternehmen nun die Chance, den bereits begonnen Prozess zum Abschluss zu bringen. Müller - Die lila Logistik wolle am 30. Mai unter der Führung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) den Sprung auf den Kapitalmarkt wagen, die Preisspanne dafür liege bei 6,5 bis 7,5 ?. An den beim ersten Versuch veröffentlichten Zielen werde festgehalten.

Das Besigheimer Unternehmen wollte ursprünglich am 5. April an den Neuen Markt gehen, hatte damals aber - ebenso wie zwei andere Kandidaten für den Neuen Markt in diesem Jahr - wegen der anhaltenden Talfahrt der Börsen dieses Vorhaben verschoben. Nach dem historischen Tiefpunkt vom April sei nun eine Erholung am Markt zu verspüren, sagte Müller. Zudem hätten sich Werte der Logistikbranche in den vergangenen Wochen relativ gut entwickelt.

Bei dem Börsengang würden 1,7 Mill. aus einer Kapitalerhöhung stammende Aktien angeboten, sagte Müller. Weitere 300 000 Aktien aus einer Kapitalaufstockung stünden als Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) zur Verfügung. Eine Umplatzierung von Anteilen aus dem Besitz der Altaktionäre sei nun nicht mehr vorgesehen. Ursprünglich hatte Müller angestrebt, die Reserve sowie weitere 450 000 Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre an den Markt zu bringen. "Wir wollen dem Markt deutlich machen, dass die Investoren an das Unternehmen glauben", betonte Müller.

Das Platzierungsvolumen belaufe sich nun auf maximal 15 Mill. ?, sagte Müller. Wegen der höheren Kapitalaufstockung könne das Unternehmen trotz der im Vergleich zum ersten Mal niedrigeren Preisspanne damit in etwa die gleiche Summe erlösen. Im April waren die Aktien noch mit neun bis 10,50 ? bewertet worden. Die beiden Altaktionäre SüdKB und DEWB hätten sich zu einer Haltefrist ihrer Papiere von 18 Monaten verpflichtet, führte Müller aus. Er selbst habe sich für 24 Monate entsprechend verpflichtet. Durch die von bisher 2,45 Mill. auf nun maximal zwei Mill. Aktien geschrumpften Emission werde der Streubesitz statt der im April genannten rund 32 % jetzt noch rund 25 % betragen. Neben der LBBW seien weiterhin die Landesbank Rheinland-Pfalz und die equinet Securities AG im Bankenkonsortium.

An den im Vorfeld des ersten Anlaufs genannten Zielen halte Müller - Die lila Logistik AG fest, unterstrich Müller. So peile das Unternehmen weiterhin für 2001 einen Umsatz von 31,6 Mill. ? nach 13,1 Mill. ? im Vorjahr an, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) solle 2,4 Mill. ? nach einem Verlust von 0,5 Mill. ? erreichen. Im ersten Quartal sei der Umsatz bereits um über 40 % nach oben geklettert. Nach dem Einstieg in Ungarn, Polen und Rumänien seit Jahresbeginn wolle das Unternehmen mittels des Börsengangs die Internationalisierung beschleunigen, bekräftigte Müller. Neben dem Aufbau eigener Standorte seien auch Zukäufe geplant.

Dieser Börsengang ist der erste des Neuen Marktes seit rund zwei Monaten. Zuletzt war die Farmatic Biotech Energy AG Anfang April an den Neuen Markt gegangen. In Bankenkreisen wird in diesem Jahr mit rund 50 Börsengängen an den Neuen Markt gerechnet. Annähernd soviel waren im Vorjahr bereits nach dem ersten Quartal an das Wachstumssegment gegangen. Im Handel per Erscheinen wurde die Aktie am Morgen zwischen 7 und 8 Euro gehandelt.

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