Die „Löwen“ in die Zange nehmen
„Wir haben keine Angst vor Dänemark“

Nach dem überraschenden Auftakterfolg gegen Frankreich warnt Senegals Trainer Metsu davor, den nächsten Gegner Dänemark zu unterschätzen. Dessen Coach Morten Olsen sieht Schwächen in der senegalesischen Außenverteidigung - und gute Chancen auf das Achtelfinale.

dpa DAEGU. Den senegalesischen "Löwen" muss die Weltmeisterschaft wie eine gigantische Raubtierfütterung vorkommen. Erst stand Weltmeister Frankreich (1:0) auf dem Speiseplan, am Donnerstag in Daegu (8.30 Uhr MESZ) wird nun Dänemark als nächster Gang gereicht. Die Afrikaner sind nach der großen Überraschung im Eröffnungsspiel drauf und dran, das Feld in Gruppe A aufzurollen.

"Wir haben den Weltmeister geschlagen, also können wir alle Welt schlagen", tönt El Hadji Diouf, der in der nächste Saison zum englischen Rekordmeister FC Liverpool wechselt. Kleinlaut fügt er aber hinzu: "Aber alle anderen können auch uns schlagen." Ein wenig Unbehagen scheint Trainer Bruno Metsu ergriffen zu haben. Wenn auch nicht offen ausgesprochen, so sieht er doch die Gefahr, dass seine Mannschaft die Dänen nicht ganz so ernst nimmt wie Champion Frankreich. "Wir müssen mit der gleichen Energie, mit dem gleichen Ehrgeiz wie im Eröffnungsspiel rangehen. Sonst können unsere Träume platzen", warnt der Coach. Bei Mittelfeldspieler Khalilou Fadiga, gegen den die Ermittlungen wegen des Halsketten-Diebstahls eingestellt worden sind, scheint er da auf taube Ohren zu stoßen. "Wir haben keine Angst vor Dänemark", verkündet dieser.

Nach ihrem Auftaktsieg gegen Uruguay (2:1) haben aber auch die Skandinavier Achtelfinalkurs eingeschlagen. Trainer Morten Olsen hatte einen Spion zum Eröffnungsspiel gegen Frankreich entsandt und listet nun Schwachpunkte bei den Senegalesen auf. "Die Außenpositionen in der Abwehrkette hatten bei schnellem Flügelspiel einige Probleme", meint der Coach. Deshalb soll die "Olsen-Bande" die "Löwen von Teranga" in die Zange nehmen. "Wir wollen sie verstärkt über die Außen unter Druck setzen", lautet das Konzept des früheren Spielers und Trainers des 1. FC Köln.

"Ich setze große Erwartungen in die Mannschaft", sagte der frühere dänische Nationalcoach Richard Möller-Nielsen, der "Danish Dynamite" 1992 überraschend zum EM-Titel geführt hatte. "Es ist sehr viel Zeit vergangen, seit wir eine solch große Mannschaft hatten", meinte Möller-Nielsen wehmütig. Vielleicht knüpft die Olsen-Elf in Südkorea an die goldenen Tage an.

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