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Die Logik der Analysten

Telekommunikationsunternehmen können den Analysten gar nichts mehr recht machen. Was auch immer ein Unternehmen dieser Branche versucht, die Kursbeweger der internationalen Finanzmärkte suchen und finden den Wurm darin.

Anders vergangene Woche: In einem Meer des Jammers entdeckten sie plötzlich einen Leuchtturm, der jetzt der Branche den Weg weisen soll: British Telecom. Sparen zahlt sich aus! So jubeln sie dem neuen BT-Chef Ben Verwaayen zu. Von "neuer Strategie" ist die Rede, gar von Potenzial.

Richtig daran ist, dass die Spar- und Schrumpfstrategie die Profitabilität gesteigert hat - kurzfristig jedenfalls. Und dann?

BT hat fast alles verkauft, was das Unternehmen vom britischen Festnetzgeschäft unabhängig machen könnte. Die einzigen außerbritischen Aktivitäten der Geschäftskundensparte BT Ignite stehen ebenfalls auf der Verwaayenschen Streichliste, wenn dort nicht ein Wunder an plötzlicher Profitabilität geschieht. Damit ist die neue BT Group die uralte Telefontante British Telecom, plus ein bisschen DSL, also sowas wie die T-Com der Deutschen Telekom.

Die jedoch mögen Analysten gar nicht. Sechs Jahre nach dem T-Börsengang entdecken sie, dass das Festnetzgeschäft eines Ex-Monopolisten bei Wettbewerb tendenziell stagnieren muss. Eben. Verstehe also einer die BT-Euphorie!

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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