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Die Luft ist raus

Worauf sollte die Wall Street heute noch warten? Die Futures deuten auf einen leichten Handelsstart. Die wichtigen Konjunkturdaten sind längst veröffentlicht. Die Zinsentscheidung ist gefällt. Notenbank-Chef Alan Greenspan senkte die US-Leitzinsen gestern bereits zum fünften Mal in diesem Jahr um 50 Basispunkte. Noch nie war eine Zinsentscheidung von Notenbank-Chef Alan Greenspan im Markt so eingepreist wie dieses Mal, selten war das Handelsvolumen so gering wie an diesem Tag. Nun rückt die Sorge um die Höhe der Quartalsergebnisse wieder in den Vordergrund.

Denn die Gefahr der drohenden Rezession ist nicht gebannt. Der US-Offenmarktausschuss zeigt sich weiterhin besorgt über die Entwicklung der US-Wirtschaft. Nach wie vor sei die Gefahr einer Rezession größer als die einer Inflation. Der vorbörslich veröffentlichte Verbraucherpreisindex beschwichtigt die Angst wenig. Der Index stieg im April um 0,3 Prozent. Die Mehrheit der Experten hatte mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet. Im Vormonat war der Index lediglich um 0,1 Prozent gestiegen.

Die Gewinnwarnung des Telekommunikationskonzerns Sprint trifft bei den Anlegern am Morgen schon gereizte Nerven. Statt 32 Cents pro Aktie wird der Konzern, der hauptsächlich Fernegespräche anbietet, nun höchstens 30 Cents pro Aktie verdienen. Der Konzern leidet unter sinkenden Gebühren für Telefongespräche sowie dem Verlust einiger Firmenkunden. Die Aktie notiert vorbörslich schwächer.

Auch die gestern nachbörslich veröffentlichten Quartalsdaten sorgen nicht für ausgeglichenere Stimmung. Die Ergebnisse der verschiedenen Technologieunternehmen fielen gemischt aus.

Applied Materials, der weltgrößte Hersteller von Maschinen zur Chipproduktion, verfehlte die Prognosen für das zweite Quartal mit einem Gewinn von 32 Cents pro Aktie um einen Cent. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 1,91 Milliarden Dollar. Aufgrund des starken Einbruchs rechnet das Management im laufenden Quartal mit rückläufigem Gewinnwachstum. Statt der erwarteten 22 Cents Gewinn pro Aktie soll der Konzern lediglich den Break Even erreichen.

Ein wenig erfreulicher fiel das Ergebnis von Brocade Communications aus. Der US-Hersteller von Computerschaltstellen musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang um zehn Prozent auf fünf Cents pro Aktie hinnehmen. Dank einer vor Wochen ausgesprochenen Ertragswarnung, können die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten dennoch eingehalten werden. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 53,1 Millionen Dollar auf 115,2 Millionen Dollar. Die Ertragslage wurde durch steigende Betriebskosten bei nachlassendem Wachstum belastet. Das Management deutete jedoch an, dass die Wachstumsraten gegen Jahresende wieder anziehen dürften.

Positive Nachrichten gab es auch BEA Systems. Der Anbieter von E-Commerce-Software konnte die Analystenprognosen mit einem Gewinn von acht Cents um einen Cent schlagen. Der Gewinn konnte im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Die Nachfrage nach WebLogic, dem Serversystem von BEA, ist stärker ausgefallen.

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