Die lukrative Clinton-Welle
Der Verlierer heißt RTL

Bei Bertelsmann gibt es einen Synergie-Preis. Damit will Konzernchef Gunter Thielen die Firmentöchter anstacheln, die Rendite durch engere Zusammenarbeit zu verbessern. RTL wird diesmal nicht auf dem Siegerpodest stehen.

Denn Deutschlands größter Privatsender hat gerade ein Musterbeispiel für ungenutzte Chancen abgeliefert. RTL hat es nicht geschafft, von der lukrativen Clinton-Welle zu profitieren, die gerade über Deutschland rollt. Eigentlich wäre Clinton ein Bilderbuch- Projekt für Synergien bei Europas größtem Medienkonzern. Denn seine Memoiren lassen schließlich beim konzerneigenen Buchriesen Random House die Kassen klingeln: Eine Million Exemplare in acht Tagen allein in den USA.

Selbst der deutsche Bertelsmann-Buchclub profitiert mittlerweile schon von der Clinton-Mania. Nur RTL ist beim Rennen um ein Interview mit dem früheren US-Präsidenten der große Verlierer: Clinton bei Christiansen in der ARD, bei Kerner im ZDF. Sogar Hollywood- Milliardär Haim Saban verschaffte seinem Nachrichtenwinzling N 24 (Marktanteil 0,5 %) ein Interview mit dem Demokraten. Dabei hätte der zuletzt glücklose RTL-Chef Gerhard Zeiler einen Erfolg gut brauchen können. Denn in den Wochen der Fußball-EM liefen keinen einzigen deutschen Fernsehkanal so viele Zuschauer weg wie RTL.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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