Die Magnetschwebebahn hat ihre Praxistauglichkeit nie unter Beweis stellen können
Debatte über Transrapid bereits seit mehr als 30 Jahren

In Deutschland wird seit mehr als 30 Jahren über den Bau einer Magnetschwebebahn debattiert. Experten verweisen darauf, dass sich von 1965 bis 1990 der Individualverkehr in der Bundesrepublik verdoppelt und der Inlandsluftverkehr fast verdreifacht hat. Kritikern ist der Stelzenzug zu teuer.

adx/rtr BERLIN. Unstrittig ist, dass der Verkehr in Deutschland auf den Ost-West-Achsen weiter zunehmen wird. Die Bundesregierung rechnet im Jahr 2010 mit einem sieben Mal so großen Güterverkehr und einem fast acht Mal so großen Personenverkehr wie 1988. Auf Grund des besonders dynamischen Wachstums und der Bedeutung der Ballungsräume von Berlin und Hamburg gehen Experten von einem überproportional steigenden Verkehrsaufkommen zwischen den beiden Metropolen aus.

Vor diesem Hintergrund kam die Idee einer Schnellverbindung zwischen den beiden größten deutschen Städten auf. Die Fahrtzeit von Innenstadt zu Innenstadt sollte nur knapp eine Stunde betragen. In Spitzenzeiten sollte der Transrapid alle 20 Minuten fahren. Die Strecke sollte eine Länge von 292 Kilometern haben, davon 161 Kilometer ebenerdig, der Rest auf Stelzen. Die Bundesregierung traf 1994 die Entscheidung für den Bau der Strecke Berlin-Hamburg.

Am 5. Februar 2000 kam nach achtjähriger Vorbereitung das Aus: Verkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD), Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Vertreter der am Projekt beteiligten Industriefirmen ThyssenKrupp, ADtranz und Siemens verständigten sich darauf, das Projekt nicht zu realisieren. Klimmt sagte, ausschlaggebend sei gewesen, dass die Bahn das Milliardenprojekt nicht wirtschaftlich betreiben könne. Der Minister kündigte zugleich an, innerhalb von zwei Jahren werde nach kürzeren Alternativstrecken in Deutschland gesucht.
Experten geben dem Transrapid keine Exportchancen, wenn es keine Verbindung in Deutschland gibt. Bislang ist der Zug nur auf der Versuchsanlage Emsland auf einem als Endlos-Schleife gebauten 31,5 Kilometer langen Fahrweg zu sehen.

Als Demonstrationsstrecke wird selbst über eine Nahverkehrsverbindung diskutiert

Im Gespräch ist derzeit eine Anbindung der Großflughäfen in München und Berlin-Schönefeld an das jeweilige Stadtzentrum und eine Transrapidstrecke über Norddeutschland in die Niederlande. Geprüft wird auch eine Verbindung zwischen den Flughäfen Frankfurt und Hahn im Hunsrück sowie eine Nahverkehrsverbindung quer durch das Ruhrgebiet.

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