Die meisten Banken setzen schon jetzt auf den neuen ISIN-Standard
Die Wertpapier-Kennnummer wird im April verabschiedet

Die Anleger müssen sich bald an eine neue Kennnummer gewöhnen, wenn sie Wertpapiere kaufen beziehungsweise verkaufen wollen: Angesichts der zunehmenden Internationalisierung des Handels von Aktien und Anleihen wird die Wertpapier-Kennnummer (WKN) ersetzt. Ab dem 22. April dieses Jahres verwendet die überwiegenden Mehrheit der deutschen Banken die neue International Securities Identification Number (ISIN) als Wertpapiercode für alle Transaktionen untereinander.

rob FRANKFURT/M. Bei allen Transaktionen, die über die Deutsche Börse laufen, müssen die Banken, die als Vermittler zwischen den Anlegern auftreten, ab 22. April auf den neuen Code zurückgreifen. Wie die Deutsche Börse versichert, wurde durch umfangreiche Tests mit Kunden der Unternehmensgruppe ein reibungsloser Übergang auf die neue Kennnummer sichergestellt. Seit Ende November 2002 ist die ISIN für die gesamte Kette vom Handel bis zur Wertpapier-Abwicklung der entscheidende Code, auch wenn die WKN bis April noch parallel mitläuft.

Im Geschäft mit Privatanlegern erfolgt nach einer Erhebung des Finanzdienstleisters WM Datenservice der Übergang jedoch schrittweise. Von den befragten Privatbanken sowie den wichtigsten Sparkassen und der Volks- und Raiffeisenbanken werden etwa 60 % zunächst parallel mit WKN und ISIN arbeiten. 29% der insgesamt 132 Institute benutzen künftig nur die ISIN. Der Rest hat sich noch nicht festgelegt. Der Bundesverband Deutscher Banken betont, dass es keinen allgemein gültigen Zeitplan für die Einführung der neuen Nummern gebe. Allerdings rechnet der Verband mit einer relativ raschen Umstellung.

Nach den Worten von Georg Eisel, Verlagsdirektor WM Datenservice, ist die ISIN ein Code mit zwölf Stellen. Er setzt sich aus drei Elementen zusammen: Auf eine zweistellige Buchstabenkombination (z.B. DE für Deutschland) folgt eine nationale Kennnummer mit bis zu neun Stellen. In Deutschland handelt es sich in der Regel um die bisherige sechsstellige WKN mit drei Nullen vorweg. Drittes Element des Codes ist eine einstellige numerische Prüfziffer (0 bis 9).

Kennnummern spielen nicht nur beim Handel mit Wertpapieren eine wichtige Rolle, sondern werden etwa auch bei Kapitalerhöhungen eingesetzt. Um Verwechselungen zu vermeiden, erhalten die jungen Aktien bis zur Gleichstellung einen eigenen Code.

Neben Deutschland setzt auch Frankreich ab Mitte 2003 voll auf ISIN. Die beiden großen Märkte USA und Großbritannien stellen ihr System vorläufig jedoch nicht um.

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