Die meisten Bürger mögen Bush
George W. Bush fährt bei der Wahl die politische Ernte ein

Im Weißen Haus ist Erntezeit. Kaum eine Woche vergeht ohne einen neuen Push für die US-Konjunktur. Wachstum, Produktivität und Unternehmensgewinne verzeichnen die höchsten Werte seit rund 20 Jahren. Auch das Verbrauchervertrauen zeigt steil nach oben. Kein Wunder, dass Präsident George W. Bush jede Gelegenheit nutzt, den Aufschwung mit einer großen Portion Eigenlob zu feiern.

HB WASHINGTON. Die drei Steuersenkungen mit einem Volumen von 1,7 Billionen Dollar innerhalb von zehn Jahren würden Verbrauch und Konjunktur ankurbeln, betont Bush immer wieder. Auch wenn Wirtschaftswissenschaftler den Einfluss der Regierung relativieren: Die positiven Daten sorgen für ein Momentum - in einer Mediengesellschaft wie der amerikanischen sind Effekte die halbe Miete. Das macht die Lage für die Opposition schwierig.

Lange Zeit benutzten die Demokraten die dahin dümpelnde Wirtschaft als schärfste innenpolitische Waffe. Die Präsidentschaftswahl im November 2004 werde zu einer Neuauflage des Duells George Bush senior gegen Bill Clinton 1992, lautete die Wunsch-Inszenierung der Opposition. Wie der Vater über die Rezession 1991 stolperte, solle dem Sohn 2004 die lahme Konjunktur zum Verhängnis werden. Nun könnte den Demokraten eine andere historische Analogie blühen: Die Wirtschaft springt vor der Wahl wieder an und hilft Bush - wie Ronald Reagan 1983.

Dennoch verfügt der Präsident über keine blütenweiße Weste. Trotz der guten Daten ist der große Durchbruch auf dem Jobmarkt bislang ausgeblieben. Die Arbeitslosenrate hat in den vergangenen Monaten nur minimal abgenommen. 20 % der Bürger machen sich daher Sorgen, im nächsten Jahr ihre Stelle zu verlieren. Auch wenn mittlerweile wieder jeder zweite Amerikaner mit Bushs Wirtschaftspolitik zufrieden ist: Der Arbeitsmarkt bleibt der innenpolitische Schwachpunkt.

Dagegen hat sich in der Irak- Frage die Situation deutlich entschärft. Die Festnahme des gestürzten Diktators Saddam Hussein beseitigt für die Amerikaner die letzten Zweifel, ob der Krieg gegen Bagdad gerechtfertigt war, auch wenn weder Massenvernichtungswaffen noch Beweise für Saddams Verstrickungen in den internationalen Terrorismus gefunden wurden.

Was bleibt, sind die anhaltenden Angriffe auf die US-Kräfte und ihre Verbündeten.

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