"Die Menschen sollen sich selbst ein Bild machen können"
Neumann will Live-Übertragung von Kohl-Vernehmung

Der Parteispenden-Ausschussvorsitzende Neumann sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", es mache keinen Sinn, dass Journalisten zwar mitschreiben, aber nicht filmen dürften.

Reuters BERLIN. Die nächste Vernehmung von Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss sollte nach einem Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Volker Neumann (SPD) live im Fernsehen übertragen werden. Neumann sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", es mache keinen Sinn, dass Journalisten zwar mitschreiben, aber nicht filmen dürften. "Die Menschen sollen sich selbst ein Bild machen können", sagte Neumann einem am Sonntag veröffentlichten Vorabbericht zufolge. Die nächste Vernehmung Kohls sei für den 25. Januar 2001 vorgesehen. Kohl wurde bereits zweimal von dem Ausschuss befragt, der klären soll, ob Parteispenden Entscheidungen seiner Regierung beeinflusst hatten.

Neumann bezweifelte, dass es von Kohl angeführte anonyme Parteispender wirklich gegeben hat. "Wenn es die Kohl-Spender gäbe, hätten sie ihn sicherlich vom Ehrenwort entbunden, um Schaden von der CDU abzuwenden", sagte Neumann. Kohl gibt an, in den 90-er Jahren rund 2,1 Mill. DM an Parteispenden entgegengenommen zu haben, die nicht im Rechenschaftsbericht der CDU verbucht wurden. Die Namen der Spender verschweigt er mit Hinweis auf ein angeblich gegebenes Ehrenwort. Vorwürfe, die Spenden hätten Regierungsentscheidungen beeinflusst, hat Kohl wiederholt zurückgewiesen.

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