Archiv
Die mögliche Zusammensetzung der künftigen Bush-Regierung

dpa/afx WASHINGTON. Nach seinem Wahlsieg hat der künftige US-Präsident George W. Bush rund zehn Wochen Zeit, seine Regierung zusammenzustellen. Voraussichtlich bringt er Loyalisten aus Texas und ehemalige Berater seines Vaters George Bush nach Washington. Inoffiziell ist sein Studienfreund Clay Johnson mit der Auswahl geeigneter Bewerber betraut.

Erstmals könnten unter Bush zwei schwarze Außenpolitiker an Schlüsselstellen gelangen. Der ehemalige Generalstabschef Colin Powell, der während des Golfkriegs im Amt war, hat die besten Chancen auf das Amt des Außenministers. Als Nationale Sicherheitsberaterin wird die Abrüstungsspezialistin Condoleezza Rice gehandelt, die derzeit an der Stanford-Universität in Kalifornien lehrt und schon für den älteren Bush arbeitete. Für eine außenpolitische Aufgabe kommt außerdem Robert Zoellick in Frage, der den künftigen Präsidenten im Wahlkampf beriet.

Für das Verteidigungsressort wird mitunter der Name des Politologen Paul Wolfowitz genannt, der einst unter Bushs Vize Dick Cheney im Pentagon beschäftigt war. Weitere Kandidaten sind Richard Armitage und Steve Hadley, die ebenfalls schon aus der Regierung des älteren Bush stammen. Um einem demokratisch dominierten Kongress entgegenzukommen, könnte der Präsident in spe den angesehenen Ex-Senator und Demokraten Sam Nunn aus Georgia zum Verteidigungsminister ernennen. Auch der derzeitige Pentagon-Chef William Cohen gehört nicht der demokratischen Partei von US-Präsident Bill Clinton an, sondern der republikanischen Partei.

Als Finanzminister favorisiert Bush angeblich den Chef des Investmenthauses PaineWebber, Donald Marron. In Frage kommt außerdem Lawrence Lindsay, der wichtigste Wirtschaftsberater des künftigen Präsidenten. Der 46-Jährige ist möglicherweise jedoch eher für einen Spitzenjob im Weißen Haus vorgesehen. Genannt wird mitunter auch der ehemalige Verwaltungsratschef der Bank Chase Manhattan, Walter Shipley. Als Handelsminister kommt der Öl-Industrielle Don Evans in Frage.

Ins Justizministerium dürften konservative Juristen aus Washingtoner Denkfabriken und aus dem Team des ehemaligen Sonderermittlers Kenneth Starr einziehen. Als Nachfolger von Justizministerin Janet Reno kommen der Gouverneur von Oklahoma, Frank Keating, und Senator John Ashcroft aus Missouri in Frage. Als Bildungsminister ist der Gouverneur von Wisconsin, Tommy Thompson, im Gespräch. Für den Posten des Regierungssprechers wird der Name von Bushs Chefstratege Karl Rove genannt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%