Die Möglichkeiten des M-Commerce sind schon jetzt groß
Mobile Commerce auf dem Weg zum Erfolg

Es vergeht kein Tag, an dem nicht die "Bedingungen" diskutiert werden, die Mobile Commerce endlich zum Erfolg führen sollen. GPRS, UMTS, C-HTML, schnellere Handies, "Always on" - und dann geht's los! Interessanterweise spricht in Japan kaum jemand über Technik, sondern über das, was dem Kunden Spaß macht und ihm Mehrwert liefert.

Da können wir noch einiges lernen und auch ohne Milliardeninvestitionen etliches verbessern. Wap ist nicht langsam; langsam sind überlastete Gateways und schlechte Netzwerkcaches. Wap ist nicht teuer; teuer ist es, 60 Sekunden auf den Aufbau der Betreiberhomepage zu warten. Es ist fraglich, ob die Verbindungszeit wirklich zur Abrechnung taugt. Für echten Mehrwert (sprich: Spaß) sind die Kunden bereit zu zahlen. SMS liefert den besten Beweis.

Was ist interessant für den Kunden, und was ist heute möglich? Das Handy ist immer dabei und gehört meist nur einer Person. Damit ergibt sich eine Fülle interessanter Anwendungen: SMS ist auch nichts anderes als eine Email. Warum sollte sie nicht mit dem Mail-Account zuhause verbunden sein? Fünf Minuten Wartezeit lassen sich durch ein witziges Spiel, das im Netzwerk über Tage hinweg läuft, angenehm abkürzen. Solche Spiele sind heute schon möglich. Und Dienste, die dem Benutzer schnell und einfach einen Vorteil bringen oder ihm ganz einfach Geld sparen, sollten Selbstläufer sein. Allerdings sollten die erwähnten Hausaufgaben schon erledigt sein.

"Die CD ist cool, wo kann ich sie gleich bestellen, morgen habe ich das wieder vergessen!". "Mensch, lass uns ins Kino gehen. Wo können wir in einer halben Stunde noch Harry Potter sehen?" Lösungen hierfür bis hin zum Sonderangebot, das auf meine Interessen abgestimmt ist, sind heute technisch problemlos möglich.

Allerdings: Liebloses Übertragen von existierenden Angeboten aus dem Internet funktioniert nicht. Der mobile Benutzer sucht zielgerichtet nach einem Produkt. Das bedeutet, dass die Angebote über alle Anbieter hinweg zusammengefasst werden und entsprechend dem Endgerät aufbereitet werden müssen (oder haben Sie sich schon einmal durch zehn Online-Shops durchgearbeitet?). Wenn der Benutzer gefunden hat, was er braucht, dann sollte er es gleich bezahlen können und nicht auf eine Telefonnummer verwiesen werden. Nachnahme, Kreditkarten oder andere Zahlungssysteme machen die Bezahlung mit vertretbarem Risiko für alle Parteien möglich.

Für die Anbieter ergeben sich damit neue Möglichkeiten, den Kunden zu erreichen und ihn für sich zu gewinnen: Der Käufer eines Last-Minute Kinotickets, der einen schönen Abend hatte, kommt garantiert wieder, vielleicht direkt zur Kinokasse. Im Kostenvergleich zu klassischem Marketing schneidet Mobile Commerce dabei sehr gut ab.

Fazit: Wir können heute attraktive Angebote für Benutzer wie für Anbieter erstellen, wenn professionell gearbeitet wird und ein paar alte Zöpfe abgeschnitten werden: Die (existierende!) Technik muss sauber implementiert werden. Die Preisgestaltung für Basisdienste und Zusatzangebote muss sich am Mehrwert für den Kunden orientieren und darf nicht an längst überholten Businessplänen festhalten. Last but not least: Professionelles Marketing ist auch für mobile Dienste notwendig - und dies über solche "Vier-Buchstaben-Worte" wie UMTS, GPRS, JAVA oder HTML hinaus...

Schreiben Sie dem Autor: timmo.sturm@digitalrum.com

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