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Die Mülltonnentaucher von New York

Trotz Konsumverweigerung gut leben? Kein Problem sagen die Anhänger der Freegan-Bewegung in New York. „Wir finden mehr Lebensmittel als wir essen können“, sagt Freeganer Adam Weissman in einem Interview .

Trotz Konsumverweigerung gut leben? Kein Problem sagen die Anhänger der Freegan-Bewegung in New York. „Wir finden mehr Lebensmittel als wir essen können“, sagt Freeganer Adam Weissman in einem Interview.

Die Freegan-Leute sehen sich als eine Protestbewegung gegen das kapitalistische System und können von den Abfällen der Großstadt immer noch sehr gut leben – sagen sie. Freegan soll ein Wortspiel aus Free und Vegan (Freiheit und Veganer) sein.

„Acht Millionen Menschen verhungern im Jahr. Nach einer Studie der Universität Arizona werfen wir die Hälfte der in den USA produzierten Lebensmittel im Wert von 100 Milliarden Dollar weg, obwohl sie noch brauchbar sind“, sagt ein anderes Freegan-Mitglied in einem Interview auf dem V-log rocketboom.

Sie sind keine Obdachlosen, sehen gut gekleidet und genährt aus und wollen ihr Bewusstsein über die Nahrungsmittel aus der Mülltonne schärfen.

Sie nehmen Haltung ein gegen die Wegwerfgesellschaft und glauben beweisen zu können, dass man mit dem, was andere Wegwerfen, immer noch prächtig leben kann. Auch Kleidung und technische Geräte ziehen sie aus den Mülltonnen und Containern.

Ob es sich um eine tatsächliche, durchgehaltene Lebenseinstellung handelt oder um politische Aktionen, bleibt für den Betrachter aus der Ferne unklar. Es geht wohl eher um Letzteres: “The act of digging through other people’s trash is innately political,” heißt es auf www.dumpsterworld.com.

Es scheint eine regelrechte Szene von Dumpster-Divern zu geben, die sich im Netz verabredet und sich zu Tauchzügen verabredet. Auch Anfänger erhalten gute Tipps: Wichtig ist es vorher in Erfahrung zu bringen, ob Mülltonnentauchen überhaupt erlaubt ist.

Was wohl die Armen und Obdachlosen davon halten? Warum gibt es erst ein Medienecho, wenn gut gekleidete und wohlgenährte Menschen das Leben aus der Mülltonne inszenieren?

Weil nicht nur das Wegwerfen, sondern auch die Inszenierung zu unserem Lebensstil gehört.

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