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Die nächste Blase

Geht's denn noch? Investoren überschwemmen die Emerging Markets wieder mit Geld - während noch die größte Pleite am Anleihemarkt abgewickelt wird.

Schon vergessen? Das kollektive Gedächtnis an den Finanzmärkten ist kürzer als die Halbwertzeit der Reformen der Bundesregierung - und das will schon was heißen. Noch läuft die Umschuldung für die größte Pleite am Anleihenmarkt - jene von Argentinien, das seinen Gläubigern 140 Milliarden Dollar schuldet. Gleichwohl werden die Länder mit (hoffentlich weiterhin) aufstrebenden Volkswirtschaften, die sogenannten Emerging Markets Länder, in diesem Jahr mehr als 30 Milliarden Dollar an neuen Mitteln aufnehmen. Das ist doppelt so viel wie in den vergangenen beiden Jahren zusammen. Betteln um Geld? Mitnichten. Die Investoren rennen den Anbietern dieser neuen Schuldner förmlich die Bude ein.

Das alles erinnert fatal an die Zeiten vor dem Platzen der letzten Schuldenblase. In der Tat: Die Optimisten haben ein paar gute Argumente auf ihrer Seite. Die Schuldner verfügen heute zumeist über stabilere Institutionen und können so den Investoren mehr Sicherheit bieten als vor der letzten Krise. Das Weltfinanzsystem selbst ist transparenter geworden, so dass Krisen schneller erkannt werden können. Und wenn die Schuldner klamm werden, dann können die Gläubiger heute oft schnell selber zur Tat der Umschuldung schreiten und so eine Eskalation der Krise verhindern.

Doch wahr bleibt auch: Die Entwicklung von Emerging Markets Anleihen steht und fällt mit den US-Zinsen. Klettern die, dann gibt es an den diesen Märkten regelmäßig ein nettes Blutbad. Viel spricht dafür, dass die US-Zinsen mittelfristig steigen. Man wird den Eindruck nicht los, dass auch dieses Risiko sich derzeit nicht in den Preisen widerspiegelt. Aber: solch ein Zustand ist endlich. Die nächste Korrektur kommt.

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