Die nächsten zwei Wochen werden relativ umsatzlos verlaufen
Neuer Markt schließt mit heftigen Verlusten

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share Index gab um drei Prozent auf 5199 Punkte nach.

dpa/Reuters FRANKFURT. Der Frankfurter Neue Markt hat - belastet durch schlechte Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq - am Freitag äußerst schwach geschlossen. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share Index gab um drei Prozent auf 5199 Punkte nach. Das Blue-Chip-Barometer Nemax-50 sank um vier Prozent auf 5813 Zähler. Trotz der Abschläge sei der Handel bei niedrigen Umsätzen insgesamt relativ ruhig verlaufen, sagte ein Börsianer. In den nächsten zwei Wochen werde sich der Neue Markt wohl noch recht umsatzlos zeigen. Erst für den Herbst sei wieder mit steigenden Kursen und Umsätzen zu rechnen. Singulus Technologies meldete für das erste Halbjahr deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ertrag. Der Umsatz legte auf 309,6 Mill. DM nach 120,8 Mill. DM im Vorjahreszeitraum zu. Begleitet wurde dies von einem überproportionalen Gewinnanstieg auf 42,8 Mill. DM von 12 Mill. DM im Vergleichszeitraum. Der Hersteller von DVD und CD/CD-ROM-Fertigungsanlagen hob auf Grund der "ungebremsten Nachfrage" sein Umsatzziel für das Gesamtjahr auf 660 Mill. DM an. Nach anfänglichen Gewinn rutschten die Aktien im schwachen Marktumfeld um 1,48% auf 66,01 Euro.

Comroad hielten sich mit einem Kursplus von 6,01% auf 48,50 Euro an der Spitze der Gewinnerliste. Händlern zufolge reagiert der Markt immer noch auf die guten Quartalzahlen vom Mittwoch. Zudem habe es am Vortag Kaufempfehlungen für den Titel gegeben, unter anderen von Hornblower Fischer und dem Frankfurter Tagesdienst.

Fluxx.com konnten ebenfalls von Kaufempfehlungen profitieren und gewannen 3,43% auf 42,20 Euro. Das Börsenblatt "Focus Money" führte die Aktie der Internet-Agentur und Glückspiel-Portals als Top-Tipp.

InternetMediaHouse erwartet bereits für das Geschäftsjahr 2000 einen operativen Gewinn. Ursprünglich sei beim Börsengang ein Gewinn erst für das Jahr 2001 prognostiziert worden. Die Meldung wurde mit einem Kursgewinn von 2,13% auf 33,50 Euro honoriert. Gleichzeitig gab die Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft für das zweite Quartal einen Umsatz von 17,8 Mill. DM bekannt. Das dazugehörige Ergebnis vor Steuern und Zinsen habe mit 1,3 Mill. DM erstmals im positivem Bereich gelegen. Der Titel ging mit einem Zuwachs von 1,83% bei 33,40 Euro

Fantastic standen wie erwartet auf der Schattenseite des Neuen Marktes. Das Schweizer Unternehmen hatte am Morgen seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr von 50 Mill. auf 35 Mill. USD gesenkt. Den optimistischen Blick in die Zukunft, den der Fantastic-Vorstand Reto Braun in seiner Ad Hoc-Mitteilung beschrieb, wollten die Anleger nicht teilen. Die Aktien brachen um 29,07% auf 7,10 Euro ein. Die Anleger lassen sich nicht mehr auf rosige Zukunftsvisionen ein, wie das schnelle Internet bei Fantastic, sagte ein Händler. Derzeit zählten nur die Ergebnisse.

B.I.S. verloren 9,68% auf 28,00 Euro. Der Anbieter von Finanzinformationssytemen hat laut Händlern unter einer Herabstufung durch die Privatbank Merck Finck & Co. in der vergangenen Woche gelitten. Das Unternehmen glaubt die internen Planzahlen für das dritte Quartal wegen erhöhter Investitionen nicht erfüllen zu können.

Gigabell rechnet mit neuem Kapital. Der Internet-Dienstleister, der auf der "Todesliste" potenzieller Pleitekandidaten des Börsenbriefs "Platow Börse" geführt wurde, hat nach eigenen Angaben einen Vorvertrag zu einer Kapitalerhöhung geschlossen. Demnach will eine angelsächsische Investorengruppe 26 Mill. Euro in das Unternehmen investieren. Der Gigabell-Vorstandsvorsitzende Daniel David zeigte sich optimistisch bezüglich eines baldigen Abschlusses des Hauptvertrages, da eine Zwischenfinanzierung bereits geflossen sei. Der Optimismus schien nicht auf die Anleger überzugreifen: Die Aktien verloren 9,17% auf

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