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Die Nasdaq - ein Schlachtfeld

Investoren stehen kurz vor Weihnachten auf einem regelrechten Schlachtfeld. Die New Yorker Börsen erlebten einen rabenschwarzen Tag. Immer wenn Investoren in der vergangenen Zeit dachten, nun könnte es nicht mehr schlimmer kommen, fielen die Börsenindizes noch einmal kräftig in den Keller. Wann der Boden endlich gefunden ist, kann niemand absehen. Die abflauende Wirtschaft zollt nun ihren Tribut. Die Anleger sind daher enttäuscht, dass die US-Notenbank am Dienstag nicht die Leitzinsen gesenkt hat. Die Wall Street befürchtet, dass Alan Greenspan mit seiner Zinspolitk der abkühlenden Konjunktur hinterherhinkt.

Der Nasdaq Index verlor am Mittwoch 7,12 Prozent und liegt mit 2332 Punkten auf dem gleichen Niveau wie vor knapp zwei Jahren. Der Dow Jones Index verlor herabgezogen von Hewlett-Packard 265 Punkte und schloss bei 10318 Punkten. Für den Nasdaq Index ist das Jahr 2000 das schlechteste aller Zeiten. Das Technologiebarometer hat seit Januar bereits 42 Prozent verloren. Sinkende Gewinnschätzungen im Chip-, Enterprise und Datennetzbereich überschatteten den Handelsverlauf.



Ausgelöst hatten die Kursstürze an der Technologiebörse zahlreiche Abstufungen von Analysten und eine Gewinnwarnung von Foundry Networks, einem Hersteller von Netwerkausstattung. Foundrys Gewinn wird im vierten Quartal nur der Hälfte der Analystenschätzungen entsprechen. Probleme bereiten dem Unternehmen die stark abflauende Nachfrage von Kunden wie Internet Service Provider und E-Commerce Internetseiten. Die Aktie verlor fast die Hälfte an Wert.



Analysten befürchteten, dass den Branchenriesen wie Cisco nun das gleiche Schicksal ereilen könnte. Daher stuften die Analystenhäuser den ehemaligen Börsenliebling Cisco drastisch ab. Der Wert verlor mit einem Rekordhandelsvolumen fast 13 Prozent.



Aber nicht nur Cisco bekam Schelte. Nein, die großen Analystenhäuser stuften in einem Rundumschlag alles ab, was Rang und Namen hat.



Merrill Lynch

reduziert neben Cisco auch die Einstufung von IBM und Hewlett Packard. Verantwortlich dafür ist die nachlassende Konjunktur und langsamer wachsende Ausgaben von Informationstechnologie. Die Investmentbank Goldman Sachs trägt zu den massiven Kursstürzen bei. Auf Grund des zunehmend schwierigeren Umfelds werden die Umsatzerwartungen von EMC, Sun Micro, IBM, Hewlett-Packard, Network Appliances, Silicon Graphis und Storage Technologies gesenkt.



Aber auch der Papierhersteller International Paper, ein Nicht-Technologiewert, verlor rund fünf Prozent. Das Unternehmen sprach eine Gewinnwarnung aus. Preissenkungen und höhere Energiekosten nagen am Ertrag.



Auch Aktien, die tendenziell stark sind, wenn die Technologiewerte Prügel bekommen, konnten heute nichts mehr retten. Pharmawerte wie Merck konnten zwar leicht zulegen, da Anleger tendenziell ihr Geld in defensive Werte umschichten, wenn Technologiewerte schwach tendieren. Dennoch reißen sie den Dow nicht aus seinen Tiefen.

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