Die Nerven liegen blank
Kommentar: Beleidigte gelbe Leberwurst

Von Horrorszenario bis Wagenburgmentalität reichen die Kommentare über die Deutsche Post. Die spielt mal wieder beleidigte Leberwurst und droht mit dem Abbau von 10 000 Arbeitsplätzen.

Was ist eigentlich passiert, dass die Post beinahe Amok läuft? Die Regulierungsbehörde will doch nur, dass die Post ihre Rationalisierungserfolge (sprich den Produktivitätsfortschritt) endlich an die Verbraucher weitergibt. Die Briefpreise sollen sinken. Dazu hat die Behörde in einem aufwendigen Berechnungsverfahren nun den Rahmen vorgegeben.

Für bestimmte Produktgruppen, etwa die Postdienstleistungen im Monopol, wird eine Absenkung des Preisniveaus um 4,7 Prozent verordnet. Kaum der Rede wert, möchte man meinen. Die Post kann nun selbstständig festlegen, welches Produkt künftig wie teuer sein muss, um diese Auflage zu erfüllen. Eine Entscheidung über das Briefporto etwa für den Standardbrief ist damit also noch gar nicht gefallen. Von einer Absenkung um einen Cent auf 55 Cent ist zwar bereits die Rede. Doch - Hand aufs Herz - das ist allenfalls eine Preisglättung.

Was soll also das Gezeter? Hat doch die Regulierungsbehörde außerdem alle speziellen Kosten für den Universaldienst bereits in ihre Berechnungen einbezogen. Will heißen: Die Absenkung fällt so moderat aus, dass sie der Post eigentlich kaum wehtun dürfte. Doch der gelbe Riese ist mental angeschlagen. Der Kurs der Aktie Gelb ist seit Monaten auf Sinkflug - trotz guter Geschäftsentwicklung.

Die Nerven liegen blank in Bonn. Politische Hiobsbotschaften will man nicht mehr einfach wegstecken. Seien es die Rechnung der Eurokraten aus Brüssel wegen verbotener Subventionen oder die vermeintlich wahlkampfbedingte Portosenkung: Der gelbe Riese sieht sich als Opfer der Politiker. Doch ruhig Blut: 2007 hat der Spuk ein Ende. Dann (endlich) fällt das Briefmonopol, und die Post kann sich im Wettbewerb beweisen.

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