Die neue Strategie der Wettbewerber AT&T und Cingular wird voraussichtlich zu hohen Geboten führen.
US-Mobilfunklizenzen können teuer werden

Nach monatelangen Rechtsstreitigkeiten beginnt heute in den USA eine große Versteigerung von Mobilfunk-Frequenzen. Ein Großteil dieser Frequenzen für den Mobilfunk der heutigen Generation ist nach der Pleite des früheren Anbieters Nextwave frei geworden und wird nun erneut unter den Mobilfunknetzbetreibern versteigert.

ruk/dri PALO ALTO/BERLIN. Experten erwarten, dass dies die lukrativste aller von der US-Regierung veranstalteten Auktionen werden wird. Denn die landesweit tätigen Anbieter wollen die weißen Flecken in ihren Abdeckungsgebieten beseitigen. So will das vor der Übernahme durch die Deutsche Telekom stehende Unternehmen Voicestream in Südkalifornien die letzte große Lücke in seinem landesweiten GSM-Netz schließen.



Regionale Lizenzgebiete

Anders als in Europa, wo für den Mobilfunk landesweite Lizenzen vergeben werden, sind die USA ein Flickenteppich regionaler Lizenzgebiete. Darum haben sich erst nach und nach landesweite Anbieter herausgebildet. Bei der jetzigen "Nextwave-Auktion" bietet die Bundesbhörde für Kommunikation (FCC) 422 Frequenzpakete an, die über 195 Gebiete im gesamten Land verstreut sind. Marktbeobachter rechnen mit einem Auktionserlös von 10 bis 25 Mrd. $. Voicestream-Chef John Stanton schätzt, dass zwischen 15 und 20 Mrd. $ in die Bundeskasse kommen könnten.

Die Gruppe der registrierten Bieter reicht von Mobilfunkgrößen wie AT&T Wireless Group, Sprint und Verizon Wireless bis zu lokalen Nischenanbietern wie Allegheny Communications oder Mid Missouri Cellular aus dem Mittleren Westen. Der FCC kommt es darauf an, dass auch die kleinen Anbieter zum Zuge kommen. Deshalb wurden die Frequenzen in kleinere Einheiten aufgeteilt. Außerdem gibt es eine Begrenzung der Frequenzmenge für landesweite Anbieter.



Europäischer GSM-Standard wird übernommen

Nach Ansicht von T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke sprechen jüngste Entwicklungen auf dem US-Mobilfunkmarkt für ein hartes Bietgefecht. So hat sich AT&T Wireless dafür entschieden, sein für Datendienste wenig taugliches Netz nach dem Standard TDMA mit einem neuen Netz nach dem europäischen Standard GSM zu überbauen. Auch der zweitgrößte Mobilfunknetzbetreiber Cingular (SBC/Bell South) hat ähnliche Pläne, die allerdings noch nicht offiziell beschlossen sind. Für die neuen Netze brauchen diese Anbieter nach den Erwartungen Rickes zusätliche Frequenzen, weil sie TDMA- und GSM-Netz parallel betreiben müssen.

Einige Beobachter bezweifeln jedoch, dass es zu harten Bietergefechten kommen wird. Sie verweisen auf die Liste der Pflichteinlagen. Diese wird nicht etwa von den großen Konzernen, sondern von zwei regionalen Spezialisten, Alaska Native und Salmon PCS, angeführt, die zunächst 238,8 Mill. $ hinterlegt haben. Mobilfunkgrößen wie AT&T, Nextel, Voicestream und Verizon kommen erst im Mittelfeld. Experten rechnen jedoch damit, dass es zu Beteilungen der Großen an den Kleinen kommen wird. Auch in Kreisen der Telekom war zu hören, dass es in den USA ein offenes Geheimnis sei, dass etliche kleine Bieter Strohmänner der landesweiten Mobilfunker seien.

Im März 2001 wird mit einer weiteren größeren Auktion gerechnet. Dann will die FCC Frequenzen versteigern, die bisher von TV-Stationen genutzt werden. Diese sollen bis 2006 ihre Rechte abgeben.

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