Die Neuen werden spätestens zum Jahreswechsel antreten
EnBW-Chef Goll wechselt das Team aus

Kurz vor seinem eigenen Abschied bei der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) lässt Vorstandschef Gerhard Goll noch schnell das Vorstandsteam erneuern. Der Aufsichtsrat des drittgrößten deutschen Energiekonzerns hat am Mittwoch gleich drei Vorstände ernannt.

brb KARLSRUHE. Bernd Balzereit, 55, wird künftig die Finanzen verantworten, Bernhard Beck, 48, das Ressort Personal und Thomas Hartkopf, 54, den Bereich Technik. Die Neuen werden spätestens zum Jahreswechsel antreten.

Noch wissen sie nicht, wer ihr Teamchef sein wird. Der Vertrag von Gerhard Goll läuft zwar noch ein Jahr. Der fast 60-jährige EnBW-Chef hat aber bereits angekündigt, er werde ausscheiden, sobald ein Nachfolger gefunden sei. Wie aus Kreisen des Großaktionärs Electricité de France (EDF) gestern abend bekannt wurde, will EDF-Chef François Roussely einen seiner Vorstandskollegen Golls Nachfolge antreten lassen. Seine Wahl soll auf Gérard Wolf gefallen sein. Wolf ist als stellvertretender Generaldirketor für die interne Koordination des Energiekonzerns zuständig.

Die Führungsetage der EnBW war schon immer durch ständigen Wechsel geprägt. Wer mit Goll nicht zurechtkam, musste das Unternehmen verlassen. Erst vor wenigen Wochen traf Finanzchef Reinhard Volk dieses Schicksal, im vergangenen Jahr Technik-Vorstand Klaus Kasper. Goll machte ihn für die Pannenserie im Kernkraftwerk Philippsburg verantwortlich. Nur Arbeitsdirektor Hans-Jürgen Arndt verlässt Ende dieses Jahres das Unternehmen auf normale Weise: Er geht in den Ruhestand.

Der Konzern hat viele Baustallen

Bis auf den neuen Arbeitsdirektor Beck, der aus dem Konzern kommt, wird es in der Vorstandsetage bald niemanden mehr geben, der das Unternehmen schon lange kennt. Auch Gerhard Jochum und Pierre Lederer sind relativ neu im Vorstand.

Auf das neue Vorstandsteam wartet keine leichte Aufgabe. Der Konzern hat viele Baustellen. Im Kerngeschäft Energie sind die Erträge gering, die Billigstrom-Tochter Yello fährt hohe Verluste ein. Defizitäre Randbereiche wie der Schuhbereich der Salamander AG und die Telekommunikationstochter Tesion müssen abgestoßen werden. Auch die Entsorgungssparte macht wenig Freude. Darüber hinaus arbeitet EnBW mit Hochdruck an einer zweiten Börsenplatzierung.

Vor allem der neue Finanzvorstand Balzereit steht stark unter Druck. Er muss den Aktionären möglichst bald eine attraktive EnBW präsentieren. Balzereit war bis März dieses Jahres Finanzvorstand des Berliner Energieunternehmens Bewag. Er schied dort aus, als sich seine Hoffnung zerschlug, nach dem Einstieg der schwedischen Vattenfall Finanzvorstand der Vattenfall Europe zu werden.

Quelle: Handelsblatt

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