Die Notenbank versucht weiter, die Exporte zu erleichtern
Japan interveniert zum dritten Mal auf Devisenmarkt

In der Folge der Terror-Anschläge in den USA hat Japan am Freitag bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche auf dem Devisenmarkt eingegriffen, um den Anstieg der Landeswährung Yen gegenüber dem $ zu stoppen.

dpa-afx TOKIO/LONDON Nach Angaben von Devisenhändlern wies das japanische Finanzministerium die Notenbank an, Yen für Dollar zu verkaufen. Damit sollen Exporte für die in der Krise steckende japanische Wirtschaft erleichtert werden.

Die Auswirkungen der Intervention seien aber begrenzt, zumal die Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung nach den Anschlägen wüchsen, betonten die Händler. Der Yen gab gegenüber dem Dollar nach: Er notierte am Freitagmorgen in London mit 117,14 Yen für einen Dollar. In New York waren am Vorabend noch 116,20 Yen für einen Dollar gezahlt worden.

"Wir haben eine Marktintervention durchgeführt", sagte der stellvertretende Generaldirektor des Finanzministeriums in Tokio, Zenbei Mizoguchi. Die Wechselkursbewegungen zwischen Dollar und Yen würden weiter beobachtet; Tokio werde weiter "angemessene Schritte" unternehmen. "Sie haben sich entschieden, den Dollar nach oben zu schieben", betonte der Wechselkursmanager von HSBC, Taketo Uda. Der jüngste staatliche Eingriff sei "aggressiver als bei den beiden vorangegangenen Malen"; so habe Tokio mehr Geld in den Markt gegeben.



Experte: Dollar fällt, sobald BOJ ihn nicht mehr stützt

Der Tokioter Commerzbank-Experte Ryohei Muramatsu kritisierte den Eingriff. Der Dollar solle die derzeit schwachen wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den USA widerspiegeln, forderte er. Sobald die japanische Regierung aufhöre, Dollar zu kaufen, werde die US-Devise fallen. Auch der Analyst Koji Kukaya von der Bank of Tokyo Mitsubishi sagte, der Dollar werde vermutlich rutschen. "Der Markt sorgt sich immer mehr, dass der Dollar seinen Status als 'sicherer Hafen' verliert", betonte er. In der Vergangenheit sei die US-Währung dagegen oft gekauft werden, wenn die politische Lage riskant sei.

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